Freitag, 11. November 2011

Mein 24. Geburtstag

Freitagabend haben wir noch kurz in meinen Geburtstag reingefeiert und ich habe eine tolle Torte bekommen;-) Das KUZ (wo ich seit 3 Jahren meinen Geburtstag feiere;-)) hat aber doch gefehlt, genauso wie all die lieben Menschen mit denen ich sonst feiere. Aber ein paar waren ja dabei und ich hatte auch guten ErsatzJ

An meinem Geburtstag sind Steff, Nico, Martin und ich mittags in den „Arbeiterpark“ gefahren. Ein sehr schöner Park mit Seilbahn zum Fernsehturm. Auch der tolle Fußball zu ehren der Dalian Shide (wenn ich das richtig verstanden habe) steht in dem Park…

Leider war mein Geburtstag auch der erste richtig kalte Tag. Zum Glück habe ich meinen neuen MantelJ Sind dann trotz des Wetters mit der Seilbahn hoch zum Turm gefahren. Haben dort aber beschlossen nicht auf die Spitze zu fahren, da die Aussicht an dem Tag doch eher bescheiden war. Beim nächsten guten Wetter steht es aber auf jeden Fall auf dem Programm! Danach sind wir bei gefühlten 5 Grad Sommerrodelbahn gefahren….die hat hier wohl das ganze Jahr aufJ War nicht ganz so lang wie in Peking, aber wenigstens waren keine langsamen Touristen vor uns, die während der Fahrt lieber Fotos machen und die Aussicht genießen;-)
Abends sind wir zu Mila gefahren und haben dort koreanisches Sushi (sehr lecker!!:-)) und Pfannkuchen gegessen. Mila, Steff und ich hatten beim Pfannkuchen backen den größten Spaß…aber sie haben am Ende tatsächlich echt lecker geschmeckt. Zumindest die, bei denen das eklige Chinaöl nicht so durchgekommen ist;-) Waren danach wie immer im JDs (quasi das neue KUZ) feiern und da war mein Geburtstag auch schon wieder vorbei. War aber ein wirklich schöner Tag und ich hab mich auch sehr über jeden gefreut, der an mich gedacht hat!! :-)

Mittwoch, 9. November 2011

Bungee Jumping

Um gleich mal jegliche Missverständnisse aus dem Weg zu räumen: Nein, ich bin nicht gesprungen;-) Bin ich auch nicht sicher, ob ich das jemals tun werde…zuschauen schon eher. Und zwar bei Martin und Cihan. Letzten Freitag haben die beiden sich getraut vom wohl rostigsten Bungee-Turm der Welt, der angeblich auch der höchste über dem Meer (im Xinghai-Park, Dalian;-)) ist, zu springen.

. Im Aufzug nach oben wurden die beiden auch noch gewogen….der erste seriöse Eindruck, den der Laden gemacht hat….am Ende sind aber beide trotz 10kg Unterschied mit dem gleichen Seil gesprungen;-) Steffen und ich sind zur seelischen Unterstützung und um Fotos und Videos zu machen mitgegangen. Steffen hatte auch von allen das breiteste Grinsen….wir haben uns schließlich alles aus sicherer Entfernung angeschaut. Es hat sich aber auch für uns gelohnt mit auf den Turm zu fahren. Hätten wir mal viel früher machen sollen. Die Aussicht ist nämlich echt super!


Zuerst hat sich Cihan getraut….


Und dann Martin….


Es ist auch ganz lustig wieder jemanden dabei zu haben, der noch nicht alles kennt und sich noch vom Straßenverkehr, der Rotzerei, den unfassbar langsamen Kassiererinnen, dem chinesischen Essen, den Märkten und Straßenständen etc beeindrucken lässt;-) Martin hat auch jeden Fall seinen Spaß. Die ein oder andere Panne (vom Taxifahrer falsch rausgelassen und verlaufen) gab es zwar auch schon, aber das gehört dazu. Hin und wieder schütteln, aber auch wir hart eingesessenen die Köpfe….z.B. wenn ein Taxifahrer mal wieder nach links fahren möchte, aber drei Spuren, die nach rechts führen dazwischen liegen….in Deutschland hätte man einfach Pech gehabt und hätte erst mal nach rechts fahren müssen, um dann irgendwo zu drehen…in China löst man das Problem so:


Beide haben es glücklicherweise gut überstanden. Im Nachhinein meinten sie der Turm hätte auch ruhig höher sein können, aber so bleibt Luft für fortgeschrittene AbenteuerJ Für 180Yuan war es aber ein recht günstiger Spaß….das Video dazu hätten sie für schlappe 200Yuan kaufen können. Zum Glück war aber ja ich dabei, bei der es die Videos umsonst gibt;-)

Samstag, 5. November 2011

Martin ist da:-)

Am Samstag letzte Woche ist Martin angekommen. Hab ihn morgens am Flughafen abgeholt und wir hatten dann gerade genug Zeit um nach Hause zu fahren und seinen Koffer auszupacken, bevor es schon wieder los ging zum Fußball. Ja richtig, Fußball. Und ich bin auch mit. Das heißt das zweite Stadion, dass ich ihn meinem Leben für ein Fußballspiel betreten habe, ist auch gleichzeitig mein zweiter Länderpunkt. Das muss mir auch erst mal jemand nachmachen. Steff und ich wollten uns sogar schon Trikots kaufen (weil Dalian drauf steht;-)), aber die waren ausverkauft…
Das Spiel war natürlich unglaublich langweilig, aber es war wenigstens was los, da es das letzte Spiel der Saison war und einer der Spieler (die Nummer 19) sein letztes Spiel hatte. Steffen hatte sich natürlich die Nummer 19 für sein Trikot ausgesucht, um jetzt festzustellen, dass es seinen Spieler jetzt leider nicht mehr gibt. Dafür war die Pyrotechnik toll. In der Halbzeit wurde so einiges angezündet und die Sichtweite war eine Weile auf ca. 20m gegrenzt….
Leider lief es für Dalian Shide nicht so gut und als es irgendwann 0:2 stand sind auch die ersten enttäuschten Fans aufgestanden und gegangen. Natürlich nicht ohne ihr Sitzkissen vorher in Richtung Spielfeld zu werfen. Das macht man hier so. Als es dann 0:3 stand wurde nicht mehr nur mit Kissen geworfen. Der Schiedsrichter (der ja eigentlich am wenigsten dafür kann…) wurde mit zahlreichen Plastikfalschen beworfen. Hat aber auch niemanden gestört. Auch das macht man hier so. Das Stadion war zu dem Zeitpunkt  aber auch schon wieder halb leer, da beim 0:3 wieder einige gegangen sind. Solche Fans wünscht man sich doch. Wir sind dann auch lieber ein paar Minuten vor Schluss gegangen um unseren Platz im Bus zurück nicht zu verlieren. Natürlich nicht ohne vorher auch unsere Kissen zu werfenJ
Abends sind wir dann endlich Kantonesisch essen gegangen. Seit Ewigkeiten suchen wir einen Kantonesen, da das chinesische Essen in Europa von dieser südchinesischen Küche geprägt ist und wir mal wieder Lust auf ein Stück „Heimat“ hatten;-) Jetzt haben wir einen  gefunden (und neben bei ein weiteres Einkaufszentrum). Hat tatsächlich geschmeckt wie chinesisches Essen in Deutschland;-) Martin wurde so der Einstieg ins chinesische Essen auch etwas erleichtert:-) 

Presentation Week

Seit letzter Woche ist die Uni hier tatsächlich mal anstrengend. Hatte letzten Dienstag meine erste Präsentation in „China´s Foreign Trade Sytems“. Durfte die Außenhandelsstrategie der EU vorstellen. Ein tolles Thema. Aber es lief ganz gut und ich glaube er hat gar nicht gemerkt, dass ich keine Ahnung hatte was ich da eigentlich rede. Das war bei meiner Zalando-Präsentation diesen Mittwoch schon anders. Da kenne ich mich wenigstens ausJ Langweilig wars trotzdem….konnte ja nur zeigen wie man theoretisch Schuhe bestellt und nicht tatsächlich welche bestellen…
Gestern hatte ich dann endlich mit Steff zusammen meine letzte Präsentation in Business Environment. Haben Chevrolet´s Umweltprojekte vorgestellt und ganz großartig auch unseren „Carbon Footprint“ ausgerechnet….wir Umweltsünder leben als hätten wir 4,91 Planten zur Verfügung….zumindest sagt das der WWF Rechner….;-) Jetzt bin ich erst mal froh, dass der Stress rum ist und ich wieder eine Weile nichts tun kann.
Die Präsentationen in Business Enviroment waren aber  zumindest bei der ersten Runde recht unterhaltsam. Die Chinesen könnten einen Kurs wie unser „Skills&Tools“ wirklich mal brauchen. Präsentieren können die ja mal gar nicht. Die erste Gruppe war „etwas“ unvorbereitet…aber da sie eh nur vorgelesen haben könnte man meinen es gab auch nicht viel zu üben….aber auch vorlesen will gelernt sein. Vor allem Englisch. Aber man kann sich ja helfen lassen und den Text einfach von jemandem aus dem Publikum (z.B. von SteffenJ) vorlesen lassen. Ist doch viel bequemer als sich selbst abzumühen. Und da das so einfach war, kann man dann auch gleich einen Chinesen die chinesische Webseite, die man einfach mal eingefügt hat, eben kurz für die Lehrerin und uns Europäer übersetzen lassen….das vorher schon mal selbst zu machen, wäre ja Arbeit gewesen. Gelernt habe ich nur, dass in China Präsentationen möglichst bunt, möglichst unübersichtlich und unleserlich (am besten ist bunte Schrift auf bunten Bildern) und am besten auch 100% kopiert, aber mit möglichst wenig Inhalt sein sollten.
Eine andere Gruppe hatte McDonald´s als Thema. Und McDonalds hat auch quasi die Präsentation für sie gemacht….einfach mal alles von der Webseite kopiert und eingefügt. „Our History, Our Leadership…“ usw. Der alte McDonald´s Werbefilm am Anfang war auch ganz nett, hatte nur absolut nichts mit dem Thema zu tun. Aber einer von ihnen hat tatsächlich bei McDonald´s gearbeitet und am Ende noch ein paar Fotos aus der Küche gezeigt. War gar nicht sooo schlimm. Das Fritierfett wird allerdings erst dann gewechselt, wenn einer der Angestellten  der Meinung ist, dass es mal wieder nötig ist. Der Zeitraum ist damit also eher variabel. Er hat uns auch den heißen Tipp gegeben, besser nicht zu KFC zu gehen. Da wäre es nicht so sauber….hätte er uns das besser schon vor 2 Monaten mal gesagt. Jetzt ist es auch zu spät.
Und ich hab noch was feines bei uns im Supermarkt gefunden....
Black fungus juice....

...und frische Frösche

Dumpling-Party

Letzten Freitag waren wir von der Uni aus zu einer Party einladen. Anders als bei uns in Deutschland fangen Uni-Partys hier schon mittags an und sind dementsprechend früh vorbei;-) Wir haben uns an der Uni mit einer Gruppe Chinesen getroffen und sind dann zur Party losmaschiert. Die Chinesen waren alle ganz nett und konnten auch recht gut Englisch.
Die Wohnung, wo die Party stattgefunden hat war typisch chinesisch  (also extrem kitischig;-)) eingerichtet. Eigentlich war’s auch keine richtige Wohnung, sondern eher sowas wie ein Jugendraum bei uns. Es hab 3 Zimmer mit Tischen, jede Menge Gesellschaftsspiele und auch einen Fernseher mit Videospielen.
Zuerst sollten wir uns alle an den Tischen verteilen und uns in den Gruppen vorstellen. Ich war zusammen mit Steff an einem Tisch und unsere erste Gruppe war  die coolste von denen, die wir hatten. Sie waren sehr interessiert und konnten auch gut genug Englisch, um uns auch ein paar Dinge zu erklären. Zum Beispiel warum Chinesen keine englischen Zahlen lesen können. (Liegt daran, dass sie hier ein System haben, das Zahlen in Blöcke mit 4 Nullen einteilt und nicht wie bei uns mit 3 Nullen. Deswegen kommen sie eigentlich mit allen Zahlen ab 1000 nicht mehr so richtig klar).
Jeweils nach ein paar Minuten wurden sie Gruppen vermischt und man konnte „neue Freunde“ finden. Unsere zweite Gruppe wollte dann ein Spiel mit uns spielen. Jeder hat einen Stapel Karten bekommen auf dem Begriffe wie Prinzessin, etwas geht kaputt, Zauberspruch, alte Frau etc draufstanden. Uns wurde erklärt wir sollten wenn wir von unserem Nachbarn eine Karte gezogen haben zu dem Begriff darauf eine kurze Geschichte erzählen. Meine Nachbarin hat angefangen und „alte Frau“ gezogen. Ihr Geschichte war: Es war einmal eine alte Frau, die die Prinzessin umbringen wollte.“ Tolle Geschichte;-) Wir sollten dann abstimmen ob wir die Geschichte akzeptieren oder nicht. Steff und ich haben natürlich nicht so ganz verstanden wo das jetzt eine Geschichte war, aber gut. Danach war ich dran und ich habe „etwas geht kaputt“ gezogen. Habe dann erzählt wie mein Spiegel kaputt gegangen ist, als ich hier in China angekommen bin…. Meine Geschichte wurde nicht akzeptiert. Ich hatte nämlich leider das Spiel nicht verstanden. Es sollte nicht jeder eine kurze Geschichte erzählen, sondern die angefangene Geschichte weitererzählen. Macht auch viel mehr Sinn. Musste dann eine Strafkarte ziehen und einen Chinesen auf die Wange küssen. Danach lief das Spiel aber besser. Trotzdem kommt man sich vor wie im Kindergarten;-)
Ein erneuter Gruppenwechsel hat uns dann gerettet. Die Gruppe war allerdings nicht so gesprächig und wollte lieber Uno spielen. Sind dann recht bald zum nächsten Programmpunkt übergegangen: „Now that you all found some new friends, we can make dumplings“. Die Tische wurden zusammengerückt und wir durften uns alle mal daran versuchen Dumplings (kleine Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen) selbst herzustellen. Sind kläglich gescheitert, aber es war cool mal zu sehen wie man es eigentlich macht. Sieht einfach aus, ist es aber nicht. Leider schmecken am Ende die gut gemachten auch viel besser. Unsere waren meist nicht fest genug zusammengedrückt und haben sich mit Wasser vollgesogen. Aber naja. Ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wir hatten unseren Spaß und die Chinesen auch.

So sahen unsere Dumplings aus....

....und so sollten sie aussehen;-)


Als dann die rohen Dumplings alle fertig waren (bestimmt 200 oder so…) mussten wir ewig warten um welche essen zu können….die chinesische Unorganisiertheit und Ineffizienz hat wieder einmal zugeschlagen….es gab nur eine Herdplatte und entsprechend nur einen Topf für alle Dumplings. Es wurden dann immer ca 15 auf einmal reingeworfen und 10min gekocht….wie lange es gedauert hat, alle fertig zu haben könnt ihr euch jetzt selbst ausrechnen. Sie waren aber ganz lecker (vor allem die, die von Chinesen  gemacht waren), auch wenn eine Soße dazu super gewesen wäre.
Während wir gewartet haben bzw immer mal wieder kleine Portionen verteilt wurden, wurden weiter fleißig Spiele gespielt. In erster Linie war aber Thorsten ein begehrter Spielpartner. Er hat auch wieder ordentlich Pluspunkte bei den Chinesen gesammelt, dafür dass er auch jeden Spaß  mitmachtJ Es war auch definitiv interessant zu sehen womit 21-jährige Chinesen ihre Freizeit verbringen. Man fühlt sich ein wenig, als wäre man wieder 12….aber ist ja auch mal ganz nett.
Zum Abschluss gab es noch eine große Torte für alle und ein GruppenfotoJ

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Xi'an

Tag zwei in Xi’an fing auch wieder gar nicht gut an….das Frühstück war eine absolute Frechheit. Der Orangensaft war schon gegoren….haben es reklamiert und auch einen neuen bekommen. Ok, kann ja mal passieren. Dass man aber für insgesamt 8 Toast, 4 mal Rührei, 3 Scheiben Käse und eine Wurst 25min braucht wenn sonst wirklich niemand etwas bestellt hat, das muss wirklich nicht sein. Vor allem fragt sie noch, ob das Rührei für einen ist oder ob jeder ein Ei wollte und bringt es dann trotzdem alles auf einem Teller. Der Gipfel war aber der verschimmelte Käse, der auch schon schön in das mittlerweile kalte Toast (macht man ja auch zuerst, damit es dann auch ja schön hart und kalt ist, wenn man es 20min später serviert…) reingezogen ist und auch das Toast ohne den Käse ungenießbar gemacht hat.
Nach diesem Festmahl sind wir dann mit dem Bus zum Nordtor der Stadtmauer gefahren, um dann nach langer Suche feststellen zu müssen, dass man nur am Süd- oder Westtor auf die Mauer draufkommt. Also wieder in den Bus und zum Südtor gefahren. Da durfte ich dann selbstverständlich wieder den vollen Preis zahlen. Mein Ausweis ist ja immer noch in den diebischen Händen eines Chinesen…. Die Kassiererinnen waren aber auch welche von der Sorte, die nur genau das machen kann was man ihnen sagt. Sonst sind sie überfordert.
Die Mauer war zwar zwei Minuten lang ganz nett, aber wirklich was zu sehen gab es nicht. Sie ist nicht wirklich hoch genug, um eine Aussicht zu haben, aber man kann wenigstens die ersten paar Häuserreihen mal von oben sehen. Da ja sowieso schon alles so toll war, hat es natürlich angefangen zu regnen. Einen Schirm hatten wir nicht. Wäre aber auch zu viel Glück auf einmal gewesen. Wollten eigentlich vom Südtor bis zum Westtor laufen und dann von dort ins Muslimische Viertel. Unterwegs haben wir aber festgestellt, dass es etwas weiter ist, als es auf der Karte aussieht. Deswegen sind auch außer uns alle mit dem Fahrrad gefahren. Es wären ca. 4km gewesen…sind also mitten drin dann doch runter und haben lieber ein Taxi (eins von den guten) genommen.  
Im Muslimischen Viertel sind wir erst mal durch eine Art Silk Market gelaufen…..eine Millionen Geschäfte mit gefälschten Sachen. Habe aber nur zwei kleine Täschchen für 30Yuan gekauft. Habe auch top gehandelt. Die gute Frau wollte erst 180.
Im Viertel selbst gibt es in erster Linie Essensstände….haben uns dort auch ein sehr leckeres Fladenbrot gekauft. Es wird von innen an die Wand eines Ofens geklebt und dort gebacken.


Es gab auch tolle Sachen wie Schweinefüße zu kaufen…und auch jede Menge „Metzger“. Naja, jeder Metzger wäre jetzt beleidigt. Es sind eher Garagen, in denen Fleischreste zerkleinert werden….die Knochen wirft man dann auf die Straße zu dem anderen Müll. Die Häute werden auch schön auf einem Tisch ausgestellt….Da vergeht einem auch kurz der Appetit auf Fleisch….und vor allem in der Straße würde ich auf keinen Fall einen der Fleischspieße essen!



In der Gasse wurde auch wieder deutlich wie schlimm es mit den Taschendieben in Xi’an ist. Nachdem ich bestohlen wurde, waren natürlich auch alle anderen vorsichtiger und Steffen hat zum Glück sein Portemonnaie von der hinteren Hosentasche in seine innere Jackentasche verlegt. Sonst wäre es jetzt auch weg. Es laufen nämlich kleine Kinder durch die Menge und tasten die Hosentaschen ab….wenn die was finden, dauert es sicher nur Sekunden bis es weg ist und sie in der Menge verschwunden sind. Naja, ich hatte mein Misstrauen sowieso noch nicht abgelegt, weshalb mich der kleine Junge der mich angesprochen hat und auf Chinesisch vollgetextet hat auch nicht weiter ablenken könnte, sondern ich habe meinen Rucksack nur noch etwas fester umklammert;-)
Danach sind wir nur noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen, bevor Steff und ich schon um halb drei den Bus zum Flughafen nehmen mussten. Die Jungs hatten noch ein paar Stunden länger in Xi’an, die sie dafür genutzt haben noch ein paar Schnäppchen auf dem Markt zu ergattern.
Der Flug zurück war einer der turbulentesten die ich je erlebt habe….es ist schon etwas beunruhigend, wenn die eine Stewardess sich auf einen freien Platz setzt und die anderen in die Hocke geht, weil es so wackelt und der Captain anstatt „turbulences“ das Wort „troubles“ verwendet. Vor allem ausgerechnet beim Essen….naja, es lag wohl am schlechten Wetter. Bei Steffen und Fabian war es auch schlimm, aber sie waren wenigstens vorgewarnt.
In Dalian am Flughafen gab es dann auch noch eine kleine Überraschung….als alle noch im Flieger saßen, kamen drei Polizisten rein. Sie kamen bis ganz nach hinten durch, wo wir saßen. Haben uns schon gefragt, was wir angestellt haben, weil hinter uns nur noch eine Reihe war^^ Aber einer aus der letzten Reihe hat dann ebenfalls seine Polizeimarke gezückt und dann haben die vier den Mann, der ganz hinten am Fenster saß aus der Reihe gezogen. Da haben wir dann erst gesehen, dass der gute Kerl die ganze Zeit schon in Handschellen dort gesessen hatte. Im Nachhinein ist mir auch wieder eingefallen, dass die beiden schon dort saßen, als wir reinkamen, obwohl hinten sonst noch alles leer war. Netterweise saßen nur Ausländer hinten und die Frau am Schalter hatte sich schon bei uns entschuldigt, dass sie nur noch hinten Plätze für uns hat….jetzt wissen wir auch warum;-)

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Die Terrakotta-Armee

Am Freitag ging es für Steff, Steffen, Fabian und mich am sehr frühen Morgen los zum Flughafen. Um 7.25h startete unser Flieger nach Xi’an. Recht müde, aber gespannt auf die Terrakotta-Armee, von der wir alle immer gehört haben sie sei so toll, kamen wir auch zumindest wohlbehalten an.
Die Chinesen sind da nicht so zimperlich was Flughäfen in Wohngebieten angeht....

Und das Gepäck wird auch noch schön mit dem Fahrrad zum Flugzeig gebracht

Zugebenermaßen wäre die Armee mit besserer Laune auch sicher schöner gewesen, aber trotzdem hat sich nicht wirklich meinen Erwartungen entsprochen. Der Film über die Armee, der vermutlich vor 30 Jahren schon gedreht wurde und dessen Qualität teilweise so schlecht war, dass man dachte es wäre ein 3D Film, den man ohne Brille schaut, hat mich auch wenig beeindruckt…. Werde ja im Dezember noch mal dort sein (ohne bestohlen zu werden) und mal schauen, ob ich es dann vielleicht doch besser finde.
Please don't pick the flowers

Sind dann mit dem Bus zurück in die Stadt gefahren und dort noch ein wenig rumgelaufen. Eigentlich in Xi’an wirklich eine sehr schöne Stadt. Die Gebäude sind sehr viel schöner und chinesischer als zB in Dalian. Haben in einer kleinen Gasse zu Abend gegessen und uns endlich mal an die Spieße gewagt….man sucht sich aus was man möchte und es wird dann für einen gegrillt. Hätte sehr lecker sein können, wenn nicht alles mit einer extrem scharfen Soße getötet worden wäre….hat also am Ende alles gleich geschmeckt. Werden aber mal schauen, ob wir hier in Dalian nicht etwas Ähnliches finden, wo man sich auch mal hinsetzen kann anstatt die Spieße auf die Hand zu nehmen.


Nach dem Essen sind wir in den Park vor der Wild Goose Pagoda. Dort gibt es einen riesen großen Platz voller Wasserfontainen, die abends eine große Show liefern. Ähnlich wie vor dem Bellagio in Las Vegas, nur viel größer. Die Chinesen machen dort auch mit Vorliebe extrem kitschige Bilder….



Man könnte aber meinen, wir wären zum ersten Mal in einer größeren Stadt, da wir einfach mal am Flughafen in ein schwarzes Taxi eingestiegen sind. Dabei weiß jeder, dass die schwarzen Taxis immer und überall die bösen sind….hat uns dann letztendlich fast 200 Yuan gekostet bis zum Hostel zu kommen. Hab mich natürlich die ganze Fahrt drüber aufgeregt und da ich auch keinen Orientierungssinn habe, war ich auch davon überzeugt, dass wir noch ne Runde extra drehen. Naja, angeblich wäre es mit einem normalen taxi nicht viel billiger gewesen. Das Hostel war zwar auf den ersten Blick ganz ok….unser Zimmer dafür so groß wie eine Sardinenbüchse. Zwei Hochbetten und dazwischen eine Tür breit Platz….Bad war auf dem Flur. Und damit meine ich wirklich auf dem Flur. Nicht einmal eine Tür oder einen Vorhang gab es als Abtrennung zu den Waschbecken. Wenigstens die Toilette hatte eine Milchglas-Schiebetür. Man muss ja sehen, ob besetzt ist….das Schloss ging nämlich nicht so gut….
Nach diesem fabelhaften Start wurde es nur noch besser. Wir sind dann los zur Bushaltestelle um zur Terrakotta-Armee zu fahren…Ein recht voller Bus kam auch gleich. Eingestiegen, bezahlt, Portemonnaie schnell verstaut, festhalten, da der Bus dann schon losgefahren ist….Portemonnaie weg. Hab es nach der nächsten Haltestelle gemerkt als ganz viele ausgestiegen sind und ein Sitzplatz frei wurde. Mein Rucksack war gerade so weit genug auf um das Portemonnaie rauszuziehen. Also nächste Station alle raus. Erst mal aufregen, dass ich so dumm und unaufmerksam war. Ich hatte nämlich schon den ganzen Tag (auch in Dalian am Flughafen) schon das Gefühl, dass ich etwas verliere oder es gestohlen wird. Man sollte besser auf sein Bauchgefühl hören….
Zum Glück war Thorsten noch in Dalian. Hab ihn dann gleich angerufen, da ich von meinem chinesischen Handy keine internationalen Nummern anrufen kann. Er konnte dann zum Glück über Skype meine Kredit und EC-Karte sperren lassen. Aber ärgerlichsten ist daher das Bargeld. Und ich hasse jetzt alle Menschen in Xi’an. Danach war einfach jeder Chinese ein potentieller Dieb und Verbrecher…. Zum Glück hatte ich aber meinen Pass und auch meine Kamera noch. Der Pass und mein Handy wurden sodann in meinem Moneybelt verstaut und auch mal angezogen, wie es sich gehört. Kamera habe ich einfach den Rest des Tages in der Hand gehalten. Rucksack wurde  vorne am Bauch getragen und auch wenn es jetzt nicht mehr zu holen gab die ganze Zeit schön umklammert. Dann noch den „Komm-mir-bloß-nicht-zu-nahe-ich-bring-dich-sonst-um-Blick“ aufsetzen und es konnte mit sehr schlechter Laune auch irgendwann weiter gehen. Im Bus zur Armee musste ich meine Wut auf die Chinesen dann erst mal am Ticketverkäufer auslassen und ihn blöd anmachen, warum wir schon wieder einen Yuan mehr bezahlen sollten als alle anderen im Bus. Sind halt bisschen weiter gefahren als der Rest, aber das war mir in dem Moment auch ziemlich egal. Hauptsache mal jemanden angeschnautzt.
Bei der Armee angekommen war die Laune natürlich noch kein Stück besser und leider habe ich auch den Rest ein wenig damit angesteckt. Uns wurde aber auch mal wieder eindrucksvoll vor Augen geführt wie unorganisiert die Chinesen sind. Man kommt auf dem Gelände an und weiß erst mal nicht in welche Richtung man laufen muss. Schilder gibt es natürlich nur für die Geschäfte und Restaurants. Ist ja auch am wichtigsten, dass die blöden Touristen auch da noch genug Geld lassen. Sind dann irgendwann am Eingang angekommen, aber ohne Ticket kommt man natürlich nicht rein. Sinnvoll wäre es natürlich den Ticketschalter in der Nähe vom Eingang zu haben. Aber sinnvolle, effiziente Dinge sind hier in gern gesehen. Also noch mal 300-400m zurück (natürlich wieder an all den Souvenir-Geschäften mit billigem Ramsch vorbei) zum Ticketschalter. Dort durfte ich dann als Strafe dafür, dass ich mich habe von einem Chinesen beklauen lassen, den vollen Eintritt bezahlen, weil mein Studentenausweis auch weg ist. Zum Glück halten uns hier eh alle für Russen, das heißt mit meiner freundlichen Art mich bei der Kassieren dafür zu bedanken, habe ich wenigstens nicht den Ruf der Europäer geschädigt.
Wieder die 300-400m zurück zum Eingang. Dort wurde dann zum ersten Mal das Ticket kontrolliert und ein kleiner Schnipsel abgerissen. Wenige Meter weiter die zweite Kontrolle, diesmal auch mit Security Check. Zweiter Schnipsel wurde abgerissen….aber man muss ja auch irgendwie Arbeitsplätze schaffen.
Auf dem Gelände gibt es mehrere große Hallen in denen Teile der Armee zu sehen sind. Sind dann aber erst mal ins Museum, wo man schon mal einige einzelne Terrakottafiguren sehen konnte. Ein paar Krieger und Pferde. In der ersten Halle haben wir dann den ersten Blick auf die Armee erwartet, stattdessen gab es….nichts. Ein großes Loch. Super, die Armee hatte wohl gerade Mittagspause.

 In ein paar Ecken konnte man dann aber doch ein paar Trümmerteile von Soldaten sehen, die noch nicht fertig ausgegraben sind.

Also weiter zur zweiten Halle. Die war deutlich kleiner, aber es waren immer hin schon ein paar kleinere Soldatengruppen zu sehen.

In der dritten Halle war es dann auch endlich soweit. Mehrere Soldatenreihen waren zu sehen, aber ich muss ehrlich sagen, dass es lange nicht so beeindruckend war, wie ich gehofft hatte. Erst mal sind zwischen den Reihen immer wieder Mauern, die das ganze unterbrechen und die ich recht störend finde. Und es waren auch nur die ersten 20-30 Soldaten in jeder Reihe restauriert. Dahinter liegen wieder nur Trümmer rum. Die ersten 4 Reihen, die auch ohne Unterbrechung durch die Mauern dort steht, fand ich eigentlich am besten…so hatte ich mir die Armee auf vorgestellt. Aber natürlich war die Halle so gebaut, dass man am vorderen Ende der Armee Treppen hochläuft und von oben runterschauen kann. Dazwischen ist nochmal ein Vorsprung, den aber wohl nur VIPs betreten dürfen. So kann man allerdings die ersten Reihen von dort oben gar nicht sehen….das heißt einen Blick von vorne auf die durchgehenden Reihen gibt es nicht. Danke dafür. Wer sich das schon wieder ausgedacht hat, ist mir ein Rätsel. Sinnvoll oder zumindest interessant wäre auch ein Durchgang auf gleicher Höhe wie die Armee steht, quasi so wie im Zoo bei manchen Gehegen;-) Hätte man ja auch hier machen können….