Donnerstag, 29. September 2011

Summer Palace and the Bird's Nest

Nach einer weiteren eher wenig erholsamen Nacht ging es am Samstag erst mal mit der U-Bahn zum Sommerpalast. Die U-Bahn in Beijing ist unfassbar voll, Leute die noch extra die letzten Passagiere reindrücken so wie in Tokio gibt es aber zum Glück nicht.
Der Sommerpalast gehört definitiv zu den typischen Touristenfallen, aber da wir meistens eh nicht verstehen, was sie Leute uns anbieten wollen lässt es sich ganz gut ignorieren. Die kleinen Läden überall verkaufen auch alle dasselbe, so wie es an einem guten Touri-Ort sein muss. Hat man einen gesehen, hat man alle gesehen und kann sich auf die Sehenswürdigkeiten konzentrieren. Der Palast bzw die ganze Anlage ist ganz schön und natürlich im „typisch chinesischen“ Baustil gehalten (wahrscheinlich gibt es auch da Unterschiede, die wir aber weder kennen noch erkennen würden;-))



Wirklich besondere Highlights gab es allerdings nicht. Auch wenn die Gebäude schön anzusehen sind, sehen sie irgendwann alle gleich aus. Nach zwei Stunden haben wir daher beschlossen uns nicht JEDEN Winkel anzuschauen und weiter zum Stadion zu fahren. An der Stelle war dann auch Steffen mal wirklich begeistert;-) Für ein Stadion sieht es aber tatsächlich ganz cool aus. Man hätte halt während  den Olympischen Spielen da sein müssen;-) Auf zwei riesengroßen Leinwänden liefen aber die besten Szenen von den Spielen 2008 und haben einen Hauch „Olympischen Geist“ versprüht.


Mit der U-Bahn (Taxi fahren ist in Beijing nicht so einfach wie in Dalian, vor allem nicht, wenn man keine Adressen auf Chinesisch aufgeschrieben hat) sind wir dann weiter zum „Silk Market“. Wie dieser Markt so bekannt und öffentlich bestehen kann ist mir ein absolutes Rätsel. Auf 4 oder 5 Stockwerken gibt es Fälschungen von so ziemlich jeder bekannten Marke. Wenn man sich für etwas interessiert wird einen erst mal der Originalpreis genannt. Dann fängt man an zu handeln. Man sollte max. 10% zahlen…und selbst das ist eigentlich schon zu viel. Thorsten wurde mit einer Uhr schön über den Tisch gezogen. Für eine Armani-Fälschung, bei der weder die Knöpfte noch die kleinen Zeiger funktioniert haben, hat er 110Yuan bezahlt;-) Er hat sich auch erst mal eine halbe Stunde aufgeregt. Nachdem sie ihm heute hingefallen ist und natürlich der Verschluss und das Glas kaputt gegangen sind, hat sich das Thema sowieso erledigt… Sonst hat bei unserem ersten Besuch noch keiner was gekauft. Man muss sich auch erst mal an das ganze Gewusel gewöhnen und sich mental auf den Kampf um den Preis mit dem Verkäufer einstellen. Unsereins ist so was einfach nicht gewöhnt.

Mittwoch, 28. September 2011

Beijing

Am Donnerstagabend ging es wie erwähnt mit dem Bus nach Beijing. Absolut keine gute Idee und vor allem auch total dumm. Wollten ja nur mit dem Bus fahren, weil die anderen alle ihren Pass nicht hatten und nicht hätten fliegen können. Nachdem sie dann am Ende alle doch nicht mitwollten (für die Hotels braucht man auch einen Pass, hätte also Schwierigkeiten geben können) hätten wir auch fliegen können…auf die schlaue Idee kamen wir aber nicht mehr. Die Strafe waren 9,5 qualvolle Stunden im Bus. Natürlich gab es keine Liegewagen mehr…da wurde uns, wie so oft, Mist erzählt. Um 6.30Uhr sind wir dann sehr unerholt in Beijing angekommen. Mit dem Taxi sind wir dann zum Hostel, allerdings hatten wir uns ja erst für 11Uhr angekündigt und um  7Uhr war unser Zimmer natürlich noch nicht frei. Mussten dann nochmal bis 9Uhr die Zeit totschlagen (nehme an wir haben dann ein anderes Zimmer bekommen, was aber auch noch nicht fertig war. In China kann es schon mal 2 Stunden dauern 3 Betten zu beziehen….)
Direkt neben unserem Hostel war ein „Morning Market“. Dort kann man so ziemlich alles kaufen…von Schuhen (neu und gebraucht), über Gürtel, Taschen und allerlei Krimskrams bis hin zu Gemüse, Fisch und Obst. Besondere Highlights waren die gehäuteten Frösche und der Zahnarzt!! Er hatte einen kleinen Tisch und einen Hocker aufgebaut….ein paar (gebrauchte) Zahnprothesen und ein bisschen Watte und schon kann es mitten auf dem Markt mit der Behandlung losgehen. Als wir vorbeigelaufen sind, hatte er sogar tatsächlich einen Patienten…armer Kerl. Auf dem Rückweg um 9Uhr war der Mark schon fast wieder komplett geräumt….Morning Market bedeutet als wirklich MORNING. So schnell werden wir daher wahrscheinlich keinen mehr zu sehen kriegen.
Nachdem wir endlich unser Zimmer bekommen haben, haben wir  erst mal eine Stunde geschlafen;-) Hatten auch noch das Zimmer direkt neben der Rezeption….der Krach von dort kombiniert mit Steffens Schnarchen hat dazu geführt, dass wir uns erst mal auf die Suche nach Ohropax gemacht haben. Haben natürlich keine gefunden, aber in der Apotheke gabs eine Tüte Watte, die hat wenigstens ein bisschen geholfen. Merke: Nie wieder die Ohropax vergessen….
An unserem ersten Tag in der Hauptstadt sind wir zwar zur verbotenen Stadt, aber nicht reingegangen. Haben uns den Spaß für einen anderen Tag aufgehoben, an dem wir fitter sind. Am Tiananmen Platz bzw Platz des himmlischen Friedens (angeblich der größte öffentliche Platz der Welt, was ich aber irgendwie nicht glaube) vorbei ging es dann in einen Park. Der war ganz schön und hat auch nur 15Cent Eintritt gekostet.

. Wollten dann noch zum Beihai Park….leider ist der größte Teil von diesem Park nicht zugänglich, was wir natürlich nicht wussten. Auf der verzweifelten Suche nach einem Eingang sind wir gefühlte 10km entlang einer roten Mauer gelaufen….einmal um den Park herum. Am nördlichen Ende angekommen, durften wir dann auch endlich für 20 Yuan rein. In der Mitte ist ein großer See und da wir es mal wieder nicht geschafft haben die Fähre zu finden, die uns auf die andere Seite bringt, mussten wir laufen….so viel dazu, dass der Tag nach der langen Busfahrt nicht so anstrengend werden sollte. Auf halber Strecke gab es dann noch einen Topf Instant-Nudeln zur Stärkung. Beim Essen (und das sieht bei uns wenig professionell aus, vor allem wenn wir Nudelsuppe mit Stäbchen essen) wurden wir natürlich wieder fotografiert. Ich will wirklich nicht wissen, wie viele bescheuerte Fotos es von uns mittlerweile gibt. 
Der Park ist auch bei älteren Leuten sehr beliebt, die dort ihre Leidenschaft fürs Tanzen und Singen ausleben. So schlecht singe noch nicht einmal ich Karaoke, aber es war lustig anzusehen. Die Tänzer hatten auch verrückte Bärte aufgeklebt und Kostüme an. Besser getanzt haben sie deswegen trotzdem nicht.

Auf der anderen Seite vom See angekommen konnte man über eine Brücke auf eine kleine Insel. Mit dem zweiten Teil unserer Eintrittskarte durften wir dann ein paar Treppen hochlaufen und hatten eine recht schöne Sicht auf den Park und die Stadt. Der dritte Teil unserer Eintrittskarte war dann für eine weitere Plattform die ca. 1,5m höher war als die erste….um dann dort in das Gebäude gehen zu dürfen und nochmal ein gutes Stück höher zu klettern hätte man dann wieder Eintritt zahlen müssen. So langsam reicht es uns aber mit der Abzocke hier und wir haben dann dankend abgelehnt. Haben dann beschlossen lieber zurück zum Tiananmen Platz zu fahren und uns den Marsch der Abordnung der Volksbefreiungsarmee anzuschauen. Die Landesflagge wir für die Nacht in einer feierlichen Zeremonie runtergenommen und morgens um 5Uhr findet das ganze wieder statt und die Flagge wird wieder gehisst. Leider war das Ganze ziemlich langweilig. Erst steht man sich ewig die Beine in den Bauch bis endlich die Sonne untergeht. Dann kommen die ersten Soldaten, stellen sich auf und einer läuft rum und kontrolliert, dass sie auch ja alle richtig stehen. Dann passiert eine halbe Stunde nichts. Wollten schon gehen als endlich eine zweite Gruppe Soldaten anmarschiert kam und die Flagge mitgenommen hat. Man kann es sich mal anschauen, wenn man wirklich gar nichts Besseres zu tun hat, aber falls die Chinesen damit die Touristen beeindrucken wollen, dann müssen sie sich noch bisschen was einfallen lassen.

Zurück im Hostel wollten wir um 20Uhr zum kostenlosen Barbecue. Allerdings hätte man wirklich um Punkt da sein müssen, um satt zu werden. Um viertel nach gab es nur noch wenig Auswahl bzw einfach fast nichts mehr. Haben dann zwar noch ein paar Spieße abgestaubt und grillen lassen, aber das war eher für den hohlen Zahn. Als noch insgesamt 4 Spieße übrig waren, kam noch ein deutscher Student und war mindestens genauso enttäuscht wie wir von der geringen Ausbeute. Er war mit noch 3 Freunden unterwegs (alles Studenten aus Maastricht, die ein Auslandssemester in Hongkong machen) und zusammen sind wir dann noch los, um was Richtiges zu essen zu finden. Auf ihre Empfehlung hin, sind wir in ein Restaurant gegangen und haben Nudeln bestellt. Sie hatten die gleichen am Vortag gehabt und fanden sie richtig gut. Wir fanden sie super eklig. Steffen hat ungefähr zwei Stäbchen voll gegessen….ich hab meine irgendwann umgedreht und nur die trockenen Nudeln ohne die Soße gegessen. Die Soße war mit irgendwas Scharfem gewürzt, was dazu geführt hat, dass unsere Lippen total gekribbelt haben. So als wären sie eingeschlafen oder so. Sehr seltsam und eher unangenehm. Mit dem Koriander haben sie es auch mehr als übertrieben….definitiv nicht unser Lieblingsgewürz. Aber mal angesehen vom Essen, war es ganz nett mal ein paar andere Studenten zu treffen und ein paar Geschichten und Reisetipps auszutauschen.
Da Thorsten am Freitagmorgen seinen Pass zurückbekommen hat, hat er beschlossen noch nach Beijing nachzukommen. Schwieriger als gedacht, aber am Ende hat er es noch geschafft einen Flug zu buchen. Blöderweise hatte er ausversehen die Adresse vom „Happy Dragon Courtyard“ und nicht vom „Happy Dragon Hostel“ rausgesucht (kann ja keiner ahnen) und ist natürlich irgendwo anders gelandet. Nach gefühlten 10 Telefonaten um 1Uhr nachts hat er es aber endlich zu uns in Hostel geschafft. Zwischenzeitlich dachte ich schon, er ist für immer in Beijing verloren….

Donnerstag, 22. September 2011

Forest Zoo Dalian

Montag waren Steff, Steffen, Thorsten und ich im ZooJ Die anderen mussten sich leider um ihr Visum kümmern, aber mal in einer kleineren Gruppe unterwegs zu sein war zur Abwechslung ganz nett und unkompliziert. Im Zoo angekommen hat es erst mal eine Weile gedauert bis wir tatsächlich Tiere gefunden haben. Die ersten waren auch alle aus Plastik…. Dafür waren gefühlte eine Millionen chinesische Schulkinder im gleichen Trainingsanzug da. Der Streichelzoo war das erste Highlight. Auch wenn die Chinesen tatsächlich Eichhörnchen und Hunde im Zoo halten, hatten sie dort auch Tiger- und Löwenbabys!! Total süßJ Man durfte sie zwar nicht streicheln (also nur teilweise ein Streichelzoo), aber man war nur Zentimeter von ihnen entfernt. Das war echt cool. Allerdings auch nicht wirklich artgerecht und in Deutschland würde es das wahrscheinlich zu recht nicht geben. Aber die Chinesen machen da ihre eigenen Regeln. Daher hatte auch das Eichhörnchen einen totalen Schaden und ist hin und her gelaufen, genauso wie zwei Bären (schön synchron), die wir später gesehen haben. Aber einige Tier hatten auch wirklich sehr schöne Gehege, z.B. die Giraffen und Zebras. Bei den meisten Gehegen gibt es Plattformen die ins Gehege reinragen und von wo man echt super die Tiere sehen kann.  Ein Zebra war auch so nah am Zaun, dass wir es streicheln konnten.
Beim Tigergehege merkt man, dass der Tiger hier heimisch ist….zumindest haben sie hier im Zoo sehr viel mehr Tiger als bei uns. Ich würde schätzen es waren mindestens 30. Und auch hier konnte man sie super sehen! Man kann auch lebende Hühner kaufen und ins Gehege werfen…..wollen noch mal in den Zoo und dann eins kaufen. Dieses Mal haben wir Touristen zwar 3 Kameras dabei gehabt, aber natürlich war bei allen der Akku nach einer halben Stunde leer;-) Müssen also noch mal hin. Vor allem jetzt wo wir wissen, wie toll man die Tiere hier sehen kann!
Leider muss ich den Rest nächste Woche erzählen, muss nämlich los. Steff, Steffen und ich nehmen heute Abend den Bus nach Beijing!!:-) Noch bin ich guter Dinge, aber wir wissen noch nicht ob wir einen Liegewagen bekommen und auch nicht wie lang die Fahrt tatsächlich ist. Wir vermuten 12 Stunden….also, euch allen ein schönes WochenendeJ

Sonntag, 18. September 2011

Alltag in Dalian

Mittlerweile hat sich auch bei uns der Alltag ein wenig eingestellt. Er sieht zwar anders aus, als zu Hause, aber man gewöhnt sich eben an alles. Vor allem daran mit dem Taxi zu fahren. Das werde ich vermissen. Einfach in ein Taxi steigen, für 80 Cent zum Essen fahren, für 2 Euro Essen und für 80Cent nach Hause fahren. Wenn man jetzt noch zu viert fährt, dann kostet der Spaß nur 2,20 pro Person. So lässt es sich lebenJ Steff und ich haben auch unser Lieblingsessen gefunden. Rührei mit irgendeinem grünen Gemüse, das wir nicht kennen, aber sehr lecker ist. Und das Ei ist gewürzt!! Es ist unglaublich welch Freude Salz bei uns auslöst und Essen was nicht entweder total scharf ist oder einfach nach nichts schmeckt. Irgendwie hab ich immer gedacht die Chinesen würden ganz ordentlich würzen….
Am Donnerstag hatten wir auch wieder unseren Business Environment Kurs. Da kommt man sich vor als wäre man zurück in die Grundschule versetzt worden. Eigentlich ist das ganze Englischunterricht mit dem Thema Umwelt. Man schaut einen Film oder liest einen Text und beantwortet Fragen. Natürlich wurden die Fragen perfekt im Film oder im Text beantwortet. Man muss nur zuhören oder lesen können. Und damit wir die ganzen wichtigen Texte und unser Namensschild (welches auch nur auf eine bestimmte Weise geknickt werden darf….) nicht vergessen oder noch schlimmer verlieren, müssen wir uns jetzt einen Hefter kaufen. Da tun wir dann das Namensschild rein. Nächste Woche wird’s kontrolliert…. Am besten war aber die Diskussionsrunde in kleinen Gruppen. Eine in meiner Gruppe hat als Lösung für den Klimawandel vorgeschlagen Papier von beiden Seiten zu beschriften und nicht nur eine zu nutzen. Wäre uns das mal früher eingefallen. Aber wenigstens haben meine Chinesen was gesagt (auch wenn man nicht alles versteht). Andere hatten Gruppen, wo keine eine Idee hatte….ist aber auch schwer. Schließlich studieren wir Economics um mal erfolgreiche Geschäftsleute zu werden. Wen interessiert da schon der Regenwald?  
Hab mir gestern auch einen wunderschönen blauen Fleck zugelegt. Von der Bushaltestelle muss man über eine 5-spurige Straße. Gemeinerweise ist in der Mitte ein Zaun. Ich hab mehr auf die Autos geachtet und auf meine Lücke gewartet (in Deutschland wären wir schon alle tot, aber hier macht man das so….oder man bleibt einfach für immer auf der anderen Straßenseite), als auf den blöden kleinen Zaun. Das Ergebnis:


Gestern ist Michael angekommen. Für alle, die ihn nicht kennen: Er kommt auch aus Mainz und hält hier für 2 Wochen eine Marketingvorlesung für die Studenten, die Deutsch lernen. Zum Glück hatte ich ihm noch meine Handynummer geschickt. Denn auch bei ihm war natürlich keiner am Flughafen, um ihn abzuholen. Man hat ihm auch keine Handynummer für den Notfall gegeben und auch nicht die chinesische Adresse der Uni. Welcome to China, Michael! Ich hab ihm dann Stevens Nummer gegeben, er ihm die Nummer von der Frau, die ihn abholen sollte. Die saß dann ganz zufällig im KFC am Flughafen. Aber nicht weil sie ihn, sondern weil sie eine Gruppe Kölner abholen wollte. Gnädiger Weise durfte er dann trotzdem mit;-) Abends hat er es über einen kleinen Umweg sogar bis zu uns nach Hause geschafft. Jetzt hat er auch endlich unseren tollen Taxi-Zettel mit allen wichtigen Adressen. Jetzt kann nichts mehr passieren;-)
Beim Mittagessen haben die Jungs sich endlich mal an ihre erste und letzte Wurst am Spieß getraut. Nachdem zwei sie wieder ausgespuckt haben, hab ich lieber nur dran gerochen. Das hat auch mehr als gereicht. So sollte Fleisch wirklich nicht riechen. Steffens Nachtisch (wir hatten gehofft es wäre was ähnliches wie Poffertjes) wurde lecker mit Ketchup und noch ner Sauce garniert. Oben drauf noch ein paar Blätter die sich schön in der warmen Luft bewegen, als würden sie leben….da vergeht einem der Appetit auch gleich wieder.

Leider kann man hier weder Geruch noch Geschmack einfügen

Heute Morgen wurden wir auch von einer unfassbar lauten Sirene geweckt. Ging ewig lang und draußen auf dem Balkon ist man fast taub geworden. War wohl zum Gedenken an den Sieg über die Japaner vor 80 Jahren. Etwas später am Tag wäre netter gewesen. Das Wetter war dafür noch mal ganz schön, wenn auch SEHR windig. Der Winter macht mir bei dem Wind hier jetzt schon Sorge. Aber in der Sonne wars ganz angenehm. Auf dem Rummel hier sind wir auch mit einem lustigen Laser-Autoscooter gefahren. Wenn man getroffen wir schlägt einem ein „Hammer“ auf den Hinterkopf. Steff und ich wurden leider sehr oft getroffen^^


Brautmode in China ist teilweise recht ausgefallen....

Später wollen wir mal ins Bavarian Beer House. Hoffe darauf dort Essen zu finden, das mein Magen besser verträgt. Seit heute ist er dem chinesischen Essen gegenüber nicht mehr so wohl gesonnen.

Mittwoch, 14. September 2011

Night Out

Die letzten zwei Tage hatten wir mal wieder Uni. Ist wirklich ein wenig störend da hingehen zu müssen;-) Vor allem fällt es in so einer kleinen Gruppe auch mehr auf wenn man schläft. Cihan konnte aber immerhin die Anzahl der Wörter in unserem Essay in einem Kurs von 5000 auf 3000 runterhandeln. Falls also jemand eine tolle Arbeit kennt, die irgendwas mit China’s Foreign Trade zu tun hat, bitte melden;-) Kopien werden hier in China gern gesehen. In unserem Internet Marketing-Kurs wird uns auch in erster Linie beigebracht wie man das Internet nutzt bzw online bestellt. Ich weiß nicht, ob sie tatsächlich glaubt, dass wir nicht wissen wie das geht und dass es bei uns alles ganz anders ist als hier in China oder ob sie einfach nicht weiß, was sie uns sonst zeigen soll. Ist auf jeden Fall ziemlich langweilig. Vor allem da wir eh nichts lesen können auf den Seiten die sie uns zeigt. Sie hat dann natürlich auch gleich mal nach „Addidas“ Schuhen geguckt. Richtig, Addidas. Thorsten hat sie dann netterweise darauf hingewiesen, dass sie diese Schuhe besser nicht kaufen sollte;-) In anderen Kursen lernen die Chinesen übrigens auch tolle Sachen:

Vorgestern Abend sind wir zum ersten Mal richtig weggegangen. Haben nur einen blöden Tag ausgesucht. Wegen dem Weltwirtschaftsforum war überhaupt nichts los und die Clubs haben schon früher zu gemacht. Keine Ahnung warum. Aber wussten wir natürlich nicht. Im JD’s, welches uns hier empfohlen wurde, war einfach mal niemand. Kein einziger Gast. Ein Stockwerk höher war wenigsten ein bisschen was los und nachdem der Karaoke-Teil vorbei war, war auch die Musik ganz gut. Gestern Abend haben wir etwas ruhiger angehen und eine unserer neuen Dvds für 40Cent anschauen;-) 127 Hours. Hat mich jetzt nicht so überzeugt, aber war schon ganz ok.
Die Katze aus dem Dvd-Laden und unsere Katze würden sich ganz prächtig verstehen;-) Sie hat sich absolut nicht davon stören lassen, dass wir alle Dvds durchgeguckt haben....

Montag, 12. September 2011

Zhuang He und das Bingyu-Tal

Wie gesagt, das Wochenende fing im Busbahnhof eigentlich schon an. Auf der Busfahrt wurde ich dann auf halber Strecke von einer Chinesen, die eine Reihe vor mir saß angesprochen. Sie wollte wissen wo ich hin möchte und ob sie mir helfen kann. (Es hat sicher übrigens wieder mehrfach bestätigt, dass Chinesen entweder extrem hilfsbereit sind oder einfach gar nicht. Das gesunde Mittelmaß fehlt irgendwie) Sie hieß Zi Jun, konnte ein wenig Englisch (auch wenn es teilweise doch recht schwer war die zu verstehen), ist  21 und studiert Tourismus in Dandong. Sie hat mich dann zu sich nach Hause eingeladen und wollte mein Tour-Guide für das Bingyu-Tal sein. Ich hätte auch bei ihr wohnen dürfen (ihre Mutter hätte sich sehr gefreut), aber als ich dann erzählt habe, dass ich noch 8 Freunde im Schlepptau habe, haben wir uns dann doch lieber für ein Hostel geschieden;-) Sie hat uns dann geholfen eins zu finden und auch eine Freundin angerufen, die etwas besser Englisch konnte. Sie waren beide ganz aufgeregt, dass wir da waren und haben sich riesig gefreut. Wir wollten ihr eigentlich Geld geben, dafür dass sie uns hilft und mit uns in das Tal fährt (als Tour-Guide), aber sie wollte lieber, dass wir Freunde werden und wir mit ihr Englisch üben;-) Also umso besser für uns. Haben dann für ca. 8 Euro pro Person ein super schönes Zimmer bekommen und sind danach mit den beiden essen gegangen. Dort hat sie dann auch erzählt, dass sie Thorsten schon im Busbahnhof gesehen hat und gefragt ob er sie auch gesehen hat. Hat er natürlich nicht. Aber war echt süß^^ Von daher haben wir es vermutlich ihm zu verdanken, dass die mich im Bus angesprochen hat. Zum Essen durften wir sie dann auch endlich mal einladen.
Nach dem Essen hat Zi Jun uns zu sich nach Hause eingeladen. Sind dann mit dem Bus hingefahren. Ein paar Minuten Fußweg entlang eines unbeleuchteten Feldweges war dann das kleine Haus ihrer Familie. Die Mutter, Schwester und die halbe Nachbarschaft war schon da um uns zu sehen;-) Wie sie bei der Ein-Kind-Politik eine Schwester haben kann und ob sie zu den „Schwarzen Kindern“ ohne Nationalität gehört wollten wir bisher lieber noch nicht fragen. Das Haus war zwar eigentlich recht groß für chinesische Verhältnisse, allerdings sehr spärlich eingerichtet. In einem Durchgangszimmer stand einfach nur ein Schrank, wenn auch ein großer. Ihr Bett war SEHR hart. Saskia hatte in ihrem Zimmer am Anfang auch so eins. Anscheinend ist es nur eine dünne Bambusmatte. Da kann man eigentlich auch gleich auf dem Boden schlafen.
Ihre Mutter hat dann extra Krebse für uns gekocht. Mein wahrgewordener Alptraum. Wollte natürlich nicht sagen, dass ich die nicht essen will. War damit allerdings auch nicht alleine. Saskia hat am Ende glaub ich 90% der Krebse, die „wir“ gegessen haben gegessen. Ich hatte dann irgendwann ein Bein in der Hand und wusste auch nicht so recht was man davon jetzt genau essen kann. Hab dann eine ganz kleine Ecke abgebissen. Hat eigentlich echt ganz ok geschmeckt. Das Problem war das Bein bzw. die Schere die noch dran hing. Das geht einfach gar nicht. Auch die Dinger überhaupt anzufassen und dann auseinander zu brechen war schon nichts für mich. Zum Glück gab es auch noch frische Erdnüsse aus dem Garten! Hab noch nie frische Erdnüsse gegessen. Ist so  ähnlich wie bei frischen Walnüssen im Vergleich zu den älteren, getrockneten. Da heute (Montag) hier ein Feiertag (Mid-Autumn Day) ist, gab es dann auch noch chinesischen Mondkuchen. Auch nicht unbedingt mein Fall, aber essbar;-) Auf jeden Fall alles in allem ein weiterer Fall von Kulturschock (vermutlich auf beiden Seiten;-)) Haben uns, als wir da vor einem riesigen Topf voller Krebse in einem fremden Haus saßen, auch mehr als einmal gefragt, wie wir da hingekommen sind;-)



;-) Danach wollten wir eigentlich noch zusammen ans Meer gehen, aber es war schon zu dunkel. Zi Jun hat uns dann auch noch Taxis organisiert, die uns nach Hause gefahren haben. Einer kam im Schlafanzug;-)
Heute Morgen hat Zi Jun uns sehr nett per Sms daran erinnert zu frühstücken, da es im Hotel umsonst war. Es gab Bohnen, Nudeln, Gurkensalat, Teigrollen mit Bohnenpaste…lauter leckere Sachen^^ Hab aber auch ein hart gekochtes Ei und eine frittierte Teigstange gefunden. Ein paar Männer wollten beim Frühstück Fotos mit uns machen (haben wir dann auch brav gemacht). Angeblich war es der Besitzer vom Hotel (später hat sich rausgestellt, dass er es nicht war, aber dazu später mehr) und er wollte uns dann zum Abendessen einladen. Hat zeitlich alles nicht so gepasst, da wir ja auch wieder nach Dalian mussten, aber wir wollten es uns überlegen. (Nein sagen wird hier ja nicht gern gehört) Hatte nach dem Frühstück immer noch Hunger, aber um 8Uhr Stand dann auch schon unser kleiner Bus für die Fahrt ins Bingyu-Tal vor der Tür. Zi Juns Freundin (deren Namen ich leider nicht kann) war auch wieder dabei. Und noch ein Freund, der aber kein Englisch konnte und auch sonst glaube ich eher schüchtern war.

Das Tal war wirklich sehr schön, auch wenn 120 Yuan Eintritt schon sehr viel waren dafür. Sind mit einem Boot gefahren und konnten dann ein wenig dort rumlaufen. Es gibt eine Menge Attraktionen, um den Touristen noch etwas mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Thorsten, Fabian, Steff und ich haben uns direkt mal Sonnenhüte gekauft;-) Die Jungs waren später auch noch Bogenschießen. Der Hunger hat uns dann gezwungen für 8 Yuan den schlechtesten Maiskolben aller Zeiten zu kaufen und zur Hälfte zu essen.



Das Hunger-Problem war damit immer noch nicht gelöst. Gegen Mittag hatten wir dann genug gesehen bzw der Hunger war stärker;-) Die Einladung zum Abendessen stand immer noch, wobei wir lieber Mittagessen gehabt hätten. Haben dann 15h ausgemacht und sind trotzdem um 12h schon mal was essen gegangen. In einem kleinen Kaff sind wir in ein Restaurant, das sonst vollkommen leer war und haben dort gegessen. Diesmal wirklich typisch chinesisch und leider auch ziemlich dreckig. Der runde Tisch war für 11 Personen etwas klein. Kein Problem, da wird einfach eine größere Platte draufgelegt. Wo genau der Restaurantbesitzer die her hatte will ich gar nicht wissen. Auf jeden Fall sind lauter kleine Tierchen drauf rumgekrabbelt. Die Plastikplane, die noch drüber gelegt wurde hat die Sache nicht besser gemacht. Da wo Steff und ich saßen war sie schon leicht geschimmelt. Super. Also bloß nichts auf den Tisch fallen lassen.
Es gab dann Gurkensalat, Mais, Kartoffeln mit Bohnen, Knorpel-Huhn und kleine frittierte Fische. Ich hab zwar einen gegessen und er war auch wirklich gut, aber auch hier hab ich mal wieder das Problem, dass ich es nicht mag, wenn mein Essen mich noch anguckt. Daher ist es bei dem einen Fisch geblieben.



Nach dem Essen ging es wieder los (quasi gleich zum nächsten Essen, waren ja für 15h verabredet).  Haben im Hotel gewartet, aber der gute Herr kam und kam nicht. Wir wollten auch alle viel lieber nach Hause anstatt schon wieder zu essen, vor allem da wir ihn ja auch alle nicht kannten und auch Zi Jun ihn nicht kannte und uns im Hotel gesagt wurde, dass es nicht der Besitzer ist. Aber wir wollten auch niemanden beleidigen. Haben uns dann immer wieder vertrösten lassen. Am Ende waren wir auch der Meinung, dass die beiden Mädels von an Anfang an wussten, dass er erst um 16h kommt, aber noch nicht wollten, dass wir gehen;-) Leider ist dann alles ziemlich schief gelaufen. Der Typ kam zwar um 16h mit ein paar anderen und wir haben dann beschlossen einfach was trinken zu gehen, aber auf der Fahrt hat der eine Mann, der dann dabei war wohl sehr merkwürdige Fragen an unsere Chinesin gestellt und dann kam es ihr auch so langsam, dass sie echt Mist gebaut hat. Der Laden, wo wir hin wollten hatte dann wegen dem Feiertag zum Glück zu und wir haben die Gelegenheit genutzt unsere Chinesinnen einzupacken und uns dann doch aus dem Staub zu machen. Anscheinend ist es kein gutes Zeichen, wenn die Männer ihre Familien bei einem solchen Essen nicht mitbringen. Die war nicht dabei bzw musste im Auto bleiben. Also nichts für uns. Wären wir besser mal gleich gegangen. Aber so haben wir auch wieder ein Stück China kennen gelernt und es ist ja auch nichts passiert. Zi Jun und ihre Freundin waren aber echt in Ordnung und wir haben sie jetzt mal zu uns nach Dalian eingeladen. Die Freundin studiert auch hier, also mal schauen, ob wir das hinbekommen. Sie hat dann auch noch organisiert, dass der kleine Bus uns noch bis nach Dalian fährt. Die Rückfahrt ging somit sehr viel schneller und ein Wochenende mit lauter kleinen und großen Erlebnissen ging zu Ende. Bin schon gespannt darauf, was wir hier sonst noch so erleben;-)



Dandong, Nordkorea und die Chinesische Mauer

Freitagabend haben wir in Cihans Geburtstag reingefeiert. Es gab wieder einen tollen Kuchen und Cihan hat sein erstes „Fleißheftchen“ bekommenJ Und sogar schon 2 Aufkleber gesammelt!


Am Samstagmittag ging es mit dem Bus nach Dandong. Aus den angekündigten 3,5 Stunden Fahrt in einem klapprigen alten Bus wurden dann doch 4,5 Stunden. Da wir auch leider erst mittags losfahren konnten und nicht wie geplant morgens um halb 8, hat sich bereits an der Stelle unsere komplette zeitliche Wochenendplanung in Luft aufgelöst. Wollten eigentlich am Samstag noch zur chinesischen Mauer, aber das war um 17h nicht mehr drin. Haben uns dann in Dandong ein Hostel gesucht und sind dann ein kurzes Stück durch die Stadt zur nordkoreanischen Grenze gelaufen. Dort kann man für 30 Yuan auf die „Broken River Bridge“ laufen, die nur bis zur Hälfte vom Fluss reicht.  So ist man dann recht nah an Nordkorea, zu sehen gibt es aber fast nichts. Das ist aber letztlich gerade das Beeindruckende. Vor allem abends, wenn es dunkel wird, sieht man sehr schön den Kontrast zwischen Nordkorea und China. In China sah es fast s aus wie in Las Vegas, alles leuchtet und blinkt. Und in Korea: nichts. Man kann ein paar Häuser sehen und ein paar kleine Lämpchen brennen auch, aber nichts im Vergleich zu Dandong.


Wie immer, wenn wir Hunger haben und keine Lust haben ewig etwas Essbares zu suchen bzw kein Restaurant mit Bildern zum Bestellen finden, sind wir zu KFC. Typisch chinesisch;-) Auch wenn es in Dandong einen KFC gab und einen Tesco Markt, sieht man recht schnell, dass Dandong lange nicht so westlich ist wie Dalian. Mit nur 2 Millionen Einwohner ist die Stadt auch deutlich kleiner. Und auch ärmer. Das sieht man leider auch.

Steffen und Saskia haben alles gegeben Tickets zur Chinesischen Mauer und dann später nach Zhuang He für uns zu kaufen. Als dann klar war, dass wir es Freitag nicht mehr zur Mauer schaffen, wurden die Tickets nach Zhuang He gleich wieder umgetauscht. In China alles nicht so einfach ohne Chinesisch zu können und die Schlange hinter ihnen am Schalter wurde auch immer länger. Mehr als Tickets für 6.20h (morgens!!!) zur Mauer und mittags nach Zhuang He war dann nicht drin;-) Also früh ins Bett und um 5h wieder aufgestanden.
Im Nachhinein muss man aber sagen, dass es die beste Lösung war. Um 7h waren wir schon an der Mauer und hatten sie um die Uhrzeit auch ganz für uns alleine;-) Sind dann einmal zum höchsten Punkt an der Stelle der Mauer, von wo aus man noch mal nach Nordkorea schauen kann. War ganz schön anstrengend, vor allem da einfach jede Stufe eine andere Höhe hat. Es schwankt zwischen ca 10cm und 50 cm.



 Der Zaun an der Grenze nach Nordkorea bzw am Flussufer ist sehr klein, aber es gibt Warnschilder, dass man trotzdem nicht versuchen sollte drüber zu klettern, da Wachen in den Büschen versteckt sind. Haben keine gesehen, aber ist wohl auch besser so;-) Um halb 9, als dann die ganzen Touri-Busse ankamen, waren wir dann schon wieder auf dem Weg zurück. Also topJ Was nicht so top war, ist dass wir um halb 10 schon wieder in Dandong waren und unser Bus erst um 13h gefahren ist. Sind dann erst mal schön morgens um halb 10 deftig essen gegangen. Nudeln mit Gurken und Nudelsuppe. Genau das richtige um die Uhrzeit. Da war es auch schon halb 11 als wir fertig waren;-) Haben die Zeit dann noch irgendwie totgeschlagen und die letzte Stunde in der Wartehalle vom Busbahnhof gesessen. Und an der Stelle fängt unser verrücktes Wochenende eigentlich schon an, obwohl es noch keiner von uns geahnt hat.