Freitag, 9. September 2011

Pay Day

Die letzten Tage war nicht sooo viel los….Christina hatte am Mittwoch Geburtstag, aber da sie noch ihre Bachelorarbeit schreibt, wird erst nächste Woche richtig gefeiert. Einen tollen Kuchen gab es trotzdem. Haben wir natürlich selbst gebacken;-P
Man beachte bitte unser "Kuchenmesser";-)
Mittwoch hatten wir 2 Stunden Uni: Internet Marketing. Etwas paradox, dass ausgerechnet die Chinesen mit ihren ganzen Zensuren uns Internet Marketing beibringen wollen, aber mal schauen wie es noch wird. Die erste Stunde ging es eher darum, wie viele und wer in China überhaupt Internet hat. Die Dozentin konnte auch besser Englisch als der erste Professor…aber wirklich lange zuhören kann man da auch nicht. Das größte Problem an der Uni ist es allerdings nach Hause kommen. Die Taxis wollen von dort wegen Staus nicht zu uns fahren und mit dem Bus kriegen wir es irgendwie auch nicht so hin. Erst laufen wir gefühlte 100km zur Bushaltestelle, steigen dann zu spät aus um wieder  100km nach Hause zu laufen. Hätten wir auch gleich laufen können.
Am Donnerstag sind Steff und ich mittags in die Stadt gefahren um einen Nike Store zu finden (nachdem das Nike Factory Outlet nur Mist hatte). Nach langer Suche haben wir in einem Kaufhaus endlich einen gefunden….blöderweise hat das Kaufhaus gerade 10-jähriges Jubiläum und super viele Angebote. Man könnte meinen, dass würde auch uns freuen, aber gegen eine ganze Meute von Chinesen kommt man einfach nicht an. Steff wurde sogar ein Schuh im Nikeladen aus der Hand gerissen. So in etwa ging es in dem ganzen Kaufhaus zu. Und da wir die Schilder ja noch nicht mal lesen können und gar nicht verstehen, warum das Angebot so toll ist, haben wir erst recht keine Chance. Da ist selbst uns der Spaß am Shoppen vergangen. Aber ein Erfolgserlebnis hatte ich doch noch. Seit Tagen suche ich Flipflops in meiner Größe (bzw überhaupt mal Flipflops) und im Metersbonwe war es endlich so weit. Ganz oben in der letzten Ecke war eine Sale-Kiste. Und da waren sie: meine neuen hell türkisfarbenen Flipflops für 1,50EuroJ
An der Uni wurden Steff und ich dann von einer Lehrerin angesprochen, die „die Deutschen“ gesucht hat. Da haben wir dann auch erfahren, dass wir die erste Woche Uni doch schon verpasst haben. Naja, passiert. Hat uns ja keiner gesagt. Ihr Kurs wurde auch von Freitag auf Donnerstag verlegt. Hat uns auch keiner gesagt. Haben dann spontan beschlossen lieber ihren Kurs (Business Environment) anzuhören als zu „Psychology of Success“ zu gehen (ein Prof der gelesen hat, dass wir den eventuell machen, hat auch erstmal gelacht….) Haben dort erst mal einen Film geschaut. „An Inconvenient Truth“, ein Film von Al Gore über den Klimawandel. Thorsten hat die Lehrerin (eine Amerikanerin übrigens, also endlich mal richtiges EnglischJ)auch gleich als „Öko-Terroristin“ entlarvt. Ich befürchte es auch fast, aber wir werden einfach brav das sagen und schreiben was sie hören will und uns den Rest denkenJ Sollte auf jeden Fall einfach werden, da die Chinesen nicht so gut Englisch können und das Niveau daher nicht so hoch ist.
Heute wollten wir dann eigentlich nur mal in die Kurse, um sie uns mal anzuschauen. Haben ja mit den drei Kursen jetzt schon genug, mehr wird uns eh nicht anerkannt. Und eigentlich wollen wir ja Freitag gar nicht zu Uni. War ne blöde Idee trotzdem mal hinzugehen. Erst kam keiner, weil wir im falschen Raum saßen. Man hatte uns mal wieder nicht gesagt, dass was geändert wurde. Als wir dann in den richtigen Raum kamen, in dem schon ca 40-50 Chinesen saßen, gab es erst mal Applaus. Nicht fürs Zuspätkommen, sondern dafür, dass wir Europäer sind. Es musste sich dann jeder von uns eine Reihe mit Chinesen aussuchen und sich dort vorstellen. Man kommt sich schon bisschen vor wie im Zoo. Ein Mädel kam sogar extra nach hinten zu mir und hat gefragt ob ich mich vorne in ihre Reihe setze, aber da hatte ich mir die hinten schon ausgesucht und konnte ja schlecht wieder gehen. Es ist echt seltsam, dass die so ausflippen nur weil man weiß ist^^ Den anderen ging es auch genauso, die Chinesen reißen sich quasi darum neben dir sitzen zu dürfen.
Nach einer Runde Smalltalk in der kleinen Runde gings dann los mit einer Vorstellungsrunde in der ganzen Klasse. Wie heißt du (Chinesischer und englischer Name;-)), wo kommst du her und was versprichst du dir von dem Kurs? Keine gute Idee. Die Chinesen nehmen sowas sehr ernst und jeder hat mindestens 2 Minuten geredet. Zum Best-of gehört: „…my hobby is playing the flute…“, „…I don’t understand everything (wegen der Sprache),but I will do my best and work even harder…“, „….I want to learn bla bla bla for a brighter future…”, “ ….I am glad some old friends are in this class so I don’t feel lonely...“ und mein Lieblingssatz: “I am here for happiness and to find friends” (traurigerweise war das ein armer Kerl, der alleine in der letzten Reihe saß) Die Chinesen sind da anscheinend sehr ehrlich. Cihan hat es auf den Punkt gebracht und auch nur ca 10 Sekunden gebraucht: “I am here to get more knowledge in general” Dafür bekommt er von mir ein Fleißkärtchen. Die Namens vorstellung war auch recht amüsant. Die Chinesen bekommen ihre englischen Namen aus dem Internet und können sie oft gar nicht aussprechen. Eine hieß angeblich „Beenle“. Ich hatte ihr schon gesagt, dass ich nicht glaube, dass das ein Name ist. Als der Lehrer sie dann das dritte Mal nach ihrem Namen gefragt hat, hat sie dann gesagt ihr neuer englischer Name wäre Nancy. Da hat wohl jemand noch mal schnell im Internet nachgeguckt;-) Haben auch nur die halbe Klasse geschafft….nächste Woche geht’s weiter.
Blöderweise wollen wir den Kurs nicht machen, aber die Chinesen haben sich so gefreut, dass wir da waren….und Hausaufgaben gibt es auch noch!!! Eine absolute Frechheit. Müssen also mal schauen wie wir aus der Nummer wieder rauskommen. Zu Marketing danach sind wir dann mal lieber nicht mehr hingegangen (auch wenn die Chinesen uns gewarnt haben, dass die Lehrer sowas gar nicht gerne mögen;-))
Da es bei uns in letzter Zeit mit Taxifahren (unsere Taxifahrerin heute Morgen hat Thorsten und mich schön verarscht….6 Yuan mehr als sonst und wir mussten noch 10 Min zu unserem Gebäude laufen, weil sie uns an ganz andere Ende vom Campus gefahren hat) und Bus nicht so gut läuft brauchen wir für alles ewig. Waren für 2 Stunden Uni, Mittagessen, Kuchen kaufen und Bustickets für morgen nach Dandong insgesamt 6,5 Stunden unterwegs….da geht der Tag schnell rum. Nachher feiern wir aber mit einem großartigen Kuchen in Cihans Geburtstag reinJ
Thorsten im Doppeldecker

Heute Morgen musste erst mal die Miete für die nächsten 4 Monate bezahlt werden...

Dienstag, 6. September 2011

Erster Uni-Tag

Um 10.10Uhr ging heute unsere erste Vorlesung los. Unser Professor (weiß gar nicht ob er wirklich einer ist;-)) konnte zwar Englisch, aber ich hab nur ca. 30% verstanden. Außerdem lächelt er immer wieder mittendrin. Da er aber in dem Moment nichts Lustiges sagt, ist es etwas irritierend. Steff hat immer nett zurückgelächelt;-) Er hat uns dann von Shanghai abgeraten, weil es zu westlich ist (stimmt schon, aber es ist definitiv trotzdem eine Reise wert. Die Chinesen dort sind nämlich ganz und gar nicht westlich, auch wenn die ganzen Wolkenkratzer so aussehen) Müssen in dem Kurs zwei Präsentationen halten und eine Hausarbeit mit 5000 Wörtern schreiben. Hoffentlich müssen wir nicht überall so viel machen, sonst wird das hier ja noch richtig Arbeit!
Mittagessen gab es in der Mensa. Man bekommt ein Tablett und sucht sich aus einem Buffet aus, was man möchte. Hatte Reis, zwei verschiedene Fleischgerichte und grüne Bohnen. Alles für 11RMB. Da wird mal richtig satt und ich fand es auch wirklich lecker. Nur das Fleisch war schon kalt, aber man kann ja nicht alles haben.
Die Stadttour anschließend war schon ein bisschen wie eine Kaffeefahrt;-) Der Fahrer war rein zufällig von einer Reisegesellschaft, bei der man Tagestouren buchen kann und Steven musste in einem chinesischen Supermarkt noch was einkaufen, aber wir mussten dort natürlich nichts kaufen….war aber mal sehr interessant so einen zu sehen. Ist echt eklig, weil die total viel getrocknetes Fleisch, Krabben usw in Plastikverpackungen verkaufen.
Habe dann für einen 1 Euro eine gemischte Tüte mit kleinen gebackenen Bällchen in verschiedenen Sorten gekauft. Ein paar sind ganz gut. Und weil ich ja schlecht nein sagen kann, gabs dann für 1 Euro noch eine Tüte Gummibärchen. Danach bin ich dann geflüchtet, bevor ich an jedem Stand was kaufe;-)
Bei uns am „Buch“ war auch irgendeine Veranstaltung oder Probe. Man weiß es hier nie genau. Viele Chinesen in Kostümen, aber mal wieder abgesperrt….naja, vielleicht finden wir ja noch raus was es war.


Cihan wollte auch mal der Größte sein;-)


Sind dann noch bis zum Tor vom Bangchui Beach gefahren und dann wieder zurück in die Stadt. Leider haben wir auf der Stadttour nicht so viel Neues gesehen, weil wir irgendwie schon fast überall mal waren. Dalian ist halt trotz seinem 6 Millionen Einwohnern nicht so groß. Aber war trotzdem sehr nett von Steven und noch mal alles zu zeigen und uns ein paar Tipps zu geben. Bei unserem Visum (ein sehr wichtiges Thema) konnte er uns dann aber nicht mehr weiterhelfen. Hoffe wir kriegen es noch hin es in ein Visum für mehrmalige Einreise umzuwandeln. Wäre sehr ärgerlich, wenn wir wegen so was nicht nach Südkorea und Macao können.
Unsere Gruppe: Cihan, Steffen, Thorsten, Fabian, Steff, Cara, Angelina, Melitta, Saskia


Shopping in Dalian

Montag war großer Shoppingtag. Aber vormittags sind Steffen, Steff, Angelina und ich bei uns hier am Strand noch eine überteuerte Runde Tretboot gefahren. Aber man gönnt sich ja sonst nichts. War schon anstrengend, aber so haben wir wenigstens ein bisschen Sport gemacht. Steffen hat beinahe noch einen Flipflop verloren. Die sind hier echt Gold wert. Suche seit Tagen welche und finde einfach keine. Die tragen alle nur so hässliche Schlappen. Der einzige Verkäufer der welche hat, hat nur hässliche oder keine in meiner Größe und ist auch so unfreundlich, dass ich da eh nichts kaufen will. Meine Suche geht also weiter.
Mittags gings dann zum Shoppingcenter. Steff und ich haben natürlich zugeschlagen. Blöderweise waren wir in westlichen Geschäften, wo die Preise genauso hoch sind wie bei uns. Wir müssen unbedingt lernen entweder damit umzugehen in chinesischen Läden von den Verkäufern bedrängt zu werden (ihr „Wohlfühl-Abstand“ ist deutlich geringer als unserer und Steff und ich flüchten meistens nach 2 min und verpassen großartige Schnäppchen deswegen und die blöden Chinesen verkaufen nichts….) oder wir lernen endlich auf Chinesisch zu sagen, dass wir erst mal schauen wollen und uns melden wenn wir was brauchen. Aber das zu lernen ist ziemlich utopisch.
Haben uns dann noch eine Maniküre gegönnt. Die Mädels da waren echt lieb und haben sich alle Mühe gegeben sich mit uns zu unterhalten und uns Flyer für eine Party am Samstag, zu der wir leider nicht hingehen können, weil wir nicht da sind, aber ein Getränk umsonst bekommen hätten, organisiert. Werden auf jeden Fall wieder hingehen. Werden versuchen die Jungs zu überreden mit zukommen. Wenn die sich bei europäischen Mädels schon so freuen, flippen die bei Kerlen sicher vollkommen aus. Vor allem bei Thorsten mit seinen 2m. Ein Schnäppchen haben wir dann am Ende doch noch gemacht. Bei einem kleinen Handtaschenladen wurde uns eine Tasche, die wir toll fanden auch gleich vorgeführt (die kann einfach alles), aber ich hatte ein Schild mit 668 gesehen und dachte das wäre der Preis. Das wären ca 70 Euro. War natürlich viel zu teuer. Haben zum Glück noch mal nachgefragt und da hat sie 140 in den Taschenrechner getippt. Haben uns dann so drüber gefreut, dass wir ganz vergessen haben zu handeln. Hätten sie sicher auch für 80RMB bekommen können;-) Aber naja, wir haben uns gefreut wie Schneekönige und beim nächsten Mal wird gehandelt. Das heißt Steff handelt, weil ich darin gar nicht gut bin;-)
Abends haben Saskia, Angelina und Christina für uns alle sehr lecker gekocht. Ich weiß noch nicht, was ich ohne Backofen und nur mit einer Herdplatte für 9 Personen kochen soll, wenn ich mal dran bin. Wer Ideen hat, immer her damit!;-)

Sonne ist wie gesagt böse....

Bangchui Beach

Sonntag war unser erster Strandtag! Mit dem Taxi ging es für 35 RMB zu einem recht schön gelegenen Kiesstrand. Zum Liegen ist der Kiesstrand ganz ok, aber darauf laufen ist die Hölle. Meine armen FlipFlops sind ganz schön mitgenommen. Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein haben wir den ganzen Tag schön faul rumgelegen. Steffen und ich sind noch einen kleinen Hügel raufgelaufen und haben den größten Käfer aller Zeiten gesehen. Das war echt ein Monster.
Chinesen stehen übrigens total auf Hochzeitsfotos. Am Strand waren mindestens 15 Bräute unterwegs um kitischige Fotos zu machen. In einer Ecke wurden sie alle nochmal schön gestylt und angezoegen und dann geht’s los mit dem Fotoshooting. Es gibt mehrere Stationen die abgeklappert werden; am Ende haben also alle mehr oder weniger die gleichen Fotos.
Thorsten hat sich auch noch eine sehr schicke (sehr enge) chinesische Badehose und Badeschlappen von „Poma“ gekauft. Der „Puma“ sieht auch eher aus wie ein Eichhörnchen. Er  war auch der Meinung, die Sonne hier wäre nicht so stark und hat dafür jetzt den Sonnenbrand seines Lebens. Die Chinesen sind da schlauer. Die bauen sich Zelte (also wirklich so Zelte wie wir sie zum Zelten nutzen) am Strand auf, setzen sich rein, machen das Fliegennetz zu und essen. Oder schlafen. Irgendwie ziemlich sinnlos, weil mein weder was von der frischen Meeresluft hat (will nicht wissen wie stickig es bei der Hitze hier und 5 Chinesen in einem Zelt wird) noch von der Sonne. Aber man darf hier ja auch nicht braun werden. Die haben alle immer brav Sonnenschirme (bei uns als Regenschirm bekannt) dabei. Auch in der Stadt. Und schwimmen können die meisten auch nicht. Erwachsene haben aber kein Problem damit mit Schwimmflügeln und Schwimmreifen ins Wasser zu gehen. Badekappe und Taucherbrille dürfen natürlich auch nicht fehlen. Noch ein Handtuch gegen die Sonne über die Schultern und schon ist der Chinese bereit zum Plantschen.
Der Rückweg war natürlich wieder reine Abzocke….aber ich hoffe wir lernen das Handeln noch. Hinfahrt 35RMB, zurück 120RMB und das war schon von 150 runtergehandelt. Immer noch besser als laufen;-) Abends sind wir zur Uni gefahren bzw in die Gegend, weil es dort viele kleinere chinesische Restaurants gibt. Das Problem daran ist, dass dort nichts auf Englisch steht und auch keiner Englisch kann. Hätten wir nicht zufällug zwei unserer Buddys getroffen, wären wir wohl verhungert. Sie haben aber dann netterweise für uns bestellt. 8x16 Jiautze (gefüllte Teigtaschen) und ncoh 4 andere Gerichte zum Probieren. War ganz lustig, weil von uns niemand wusste was sie bestellt hatten. Es war dann ein Kartoffelbrei, Seetangsalat, Pilze (wobei wir uns da nicht sicher sind) und Schnecken (die ich beim Probieren doch lieber umgangen habe….) Haben ca die Hälfte geschafft und mit 8 Personen ca 25 Euro mit Getränken bezahlt. Ein fairer Preis;-)  



Montag, 5. September 2011

Hot Pot


Die Party am Samstag mit unseren Buddys war natürlich keine Party. Die Chinesen kamen erst mal zu spät, hatten aber dafür einen sehr netten Österreicher dabei, der neben Deutsch auch fließend Chinesisch kann. Denke er wird uns noch öfters eine große Hilfe sein. Dank ihm habe ich auch endlich Sekundenkleber gefunden. Sind dann zum Meer gelaufen, wo ein großer Platz ist der aussieht wie ein aufgeschlagenes Buch. Also eigentlich sieht er nicht so aus, aber er soll so aussehen. Man kann die Seiten noch rauflaufen. Ist eher wie eine Halfpipe und auch mindestens genauso rutschig.
Da die Chinesen auch nicht so recht wussten was wir machen sollen und wir auch noch keine Ahnung hatten was wir so brauchen oder sehen wollen, sind wir erst mal Essen gegangen. Unser erstes „Hot Pot“ Essen. Das ist die chinesische Variante vom Fondue. Jeder bekommt einen eigenen Hot Pot mit einer Suppe drin und wirft dann alles Mögliche rein. Da ein Mädchen kein Schwein essen darf, gab es Schaf und Hammelfleisch. Hammel hab ich irgendwie verpasst, war aber wohl auch nicht so gut. Es gab auch noch Nudeln, Gemüse, Salat, Pilze, Tofu etc. Alles reinwerfen, bisschen umrühren und dann geht der Spaß richtig los. Aus irgendeinem Grund waren ausgerechnet in dem Laden die Stäbchen am schlechtesten. Das heißt aus Plastik und total rutschig. Absolut nicht dafür geeignet Nudeln aus einer Suppe zu fischen. Und da sie Suppe ja kocht, ist es auch keine gute Idee wie sonst einfach möglichst nah an den Teller zu gehen und die Nudeln geradeso in den Mund zu heben…hab ich natürlich gemacht. Die verdampfende Suppe brennt ganz schön in den Augen. Beim Fleisch geht’s und beim Gemüse, aber an den Nudeln müssen wir noch üben. Wirklich zum Stattwerden ist das Ganze auch nicht, zumindest wenn man sein Essen nicht mehr aus dem Hot Pot rausbekommt. Aber es schmeckt gut und vielleicht klappt es beim nächsten Mal mit Holzstächen auch etwas besser. In China ist es auch keine Seltenheit, dass die Gäste im Restaurant ihre eigenen Getränke mitbringen. Wir waren verwundert und die Chinesen ebenfalls, als wir ihnen erklärt haben, dass die das in Deutschland besser nicht machen sollten. Man bekommt auch so gut wie immer eine Plastikflasche oder Dose beim Essen, Gläser gab‘s bisher nur ein Mal.
Die Chinesen geben sich auch wirklich sehr viel Mühe uns zu verstehen und uns zu helfen. Funktioniert nicht immer so gut (anstatt einer Sonnenbrille hätte ich beinahe Sonnencreme bekommen), aber es ist schon super wenigstens ein paar Leute zu kennen, die die Sprache wirklich können und sich auch ein bisschen auskennen. Irgendwann wollen wir noch eine Bergtour mit ihnen machen. Weiß aber noch nicht wann, aber bis dahin muss ich endlich Schuhe finden!
Abends sind wir dann noch mal los um was zu Essen (Ja, wir essen hier sehr viel;-)) Sind zum ersten Mal mit der Tram gefahren, weil es mal wieder kaum Taxis gab. Fabian hat dann das Einkaufszentrum, wo wir eigentlich hinwollten mit einem anderen verwechselt. Wir sind dann an der dunkelsten Haltestelle, die wir finden konnten ausgestiegen, um dann festzustellen, dass er sich vertan hat. Naja, Saskia und Thorsten waren sich dann sicher, dass es zum anderen nicht so weit ist. Schätzungen lagen bei 15-20min bzw 500-1000m. Nach 2km haben wir dann doch ein Taxi genommen, das dann auch noch 3km gefahren ist. Sind dann zum KFC und da ich da eigentlich nie hingehe und mir über den Namen noch keine Gedanken gemacht habe, habe ich natürlich erst mal gefragt was für ein Fleisch auf dem Bürger ist. Naja, konnte es ja auch nicht lesen;-P Thorsten hat dann auch 15 min auf seinen Burger gewartet, um dann von einem Gemüseburger enttäuscht zu werden. Hätte er besser mal gefragt.

Freitag, 2. September 2011

Dalian


Gestern sind wir in Dalian angekommen. Der Flug war schon ein Abenteuer. Wir sind mit der chinesischen Variante von Ryanair geflogen. 15kg hat man frei, das Handgepäck wird auch gewogen. Ich hatte natürlich 25kg Übergepäck (Steff auch und Steffen immerhin 15kg) und hab meine Handtasche die locker 5kg gewogen hat versteckt;-) Hat dann 400 Yuan gekostet. War also noch ok, kein Vergleich zu den 54 Euro pro Kilo bei Emirates. Steffs Handgepäckkoffer war angeblich zu groß und sie musste ihn dann auch einchecken. So konnte sie dann zum Glück meine Handtasche noch nehmen, da man eigentlich nur ein Handgepäck haben darf. Allerdings hatte ich die ganze Zeit auch noch eine Zara Tüte dabei, Papiertüten zählen aber anscheinend nicht. Werd ich mir merken;-) Der Flug war ok, aber neben Chinesen zu sitzen ist kein Spaß. Der eine neben uns hat die ganze Zeit gerülpst, hinter uns hat eine mit ihrem Kaugummi geknatscht und einer geschnarcht. Der war dann noch so frech an meinem Sitz zu rütteln als ich am Schlafen war, weil ich ihn nach hinten gemacht hatte und es ihm zu eng wurde. Zum Glück hab ich ihn eh nicht verstanden und meinen Sitz so gelassen. Chinesen sind (entgegen der weitverbreiteten Meinung und auch ihrer eigenen Aussage) nicht besonders höflich oder hilfsbereit. Die wenigen
Aussicht aus meiner Wohnung
Ausnahmen die es gibt, sind dafür aber SEHR hilfsbereit. In China ist es außerdem Brauch im Flugzeug Lockerungsübungen zu machen. Bin dann wach geworden als alle im Takt geklatscht haben. Hab den besten Teil verschlafen, aber wir werden ja noch öfters fliegen.
In Dalian angekommen hat uns natürlich keiner abgeholt. Standen dann erst mal blöd da und haben dann irgendwann selbst ein Taxi genommen. Steven, der uns abholen wollte stand im Stau und hat dann dafür die zwei, die nach uns aus Bremen kamen abgeholt. Der Taxifahrer hat uns dann auch fast umgebracht. Es ist  über eine Bodenwelle gefahren und mit den Vorderreifen sind wir defintiv abgehoben. Ob hinten auch, weiß ich nicht. Ich war zu abgelenkt davon auf meinem Sitz sitzen zu bleiben. War auch die einzige die angeschnallt war. Ist hier ja angeblich eine Beleidigung gegen den Taxifahrer, aber nach der Fahrt werde ich mich auf jeden Fall weiterhin anschnallen (wenn es möglich ist).
Bei unseren Apartments angekommen wurden wir natürlich nicht empfangen, wusste ja keiner, dass wir kommen und die , die hier in der Eingangshalle sitzt gehört zu den extrem unhöflichen Chinesen. Sie hat da gesessen und ihr Buch gelesen als wir verzweifelt versucht haben rauszufinden ob wir überhaupt richtig sind. Haben dann gefragt ob sie Englisch kann und sie hat nur mit dem Kopf geschüttelt und dann weiter gelesen und uns vollkommen ignoriert. Man muss dazu sagen, dass die Eingangshalle nicht so groß ist und es in der Situation schon angebracht gewesen wäre, wenigstens einen kleinen Versuch zu unternehmen uns zu helfen. Aber es gibt ja zum Glück auch eine paar sehr hilfsbereite Chinesen. Eine Frau kam draußen vorbei und konnte ein bisschen Englisch. Sie hat der Empfangsdame dann unser Problem erklärt und für uns in dem Büro hier angerufen. Kurz danach kam dann auch endlich jemand. Die Empfangsdame wird aber jetzt wo wir einen Schlüssel haben auch schön ignoriert.
Haben dann unsere Wohnungen bekommen. Steff und ich im 13. Stock, Steffen im 11. Stock. Sind wirklich ganz schön und mit Aussicht aufs Meer, nur leider ziemlich dreckig.

Sind dann erst mal mit einem Taxi zum Walmart (nachdem wir den Supermarkt hier bei uns in der Nähe einfach nicht finden konnten) und haben massenhaft Putzzeug gekauft. Wollten dann auch noch Milch und Kelloggs kaufen. Nicht so einfach hier. Haben dann was gefunden, was aussah wie Müsli. Heute Morgen, als wir die Packung aufgemacht haben (in der Plastikverpackung war dann noch eine Plastikverpackung in der wiederum ganz viele kleine Plastikpackungen waren) mussten wir dann feststellen, dass die Anleitung mit dem heißen Wasser (Steffen hat sie leider erst zu Hause gesehen) ernst gemeint war. Es waren kleine Päckchen mit Haferflocken und Pulver drin. Habs dann lieber gelassen und meinen Orangensaft (für 1,60 EURO!!!) getrunken.
Aber zurück zu gestern Abend. Der Spaß war noch nicht vorbei. Haben uns abends mit Fabian (einer aus Bremen) getroffen, um Essen zu gehen. Sind dann einfach mal losgelaufen und haben aber nur sehr teure Restaurants gefunden. Das ist der Nachteil, wenn man in einem „Luxus-Viertel“ wohnt.  Dafür sind wir aber über die Proben für das „International Fashion Festival“ gestolpert. Auf dem Xinghai Square, den wir aus unseren Wohnungen auch sehen können, ist eine riesige Tribüne aufgebaut und mehrere hundert Chinesen haben gleichzeitig dort getanzt. Sah ganz cool aus und wir müssen jetzt unbedingt rausfinden, ob man da so hingehen kann oder Karten braucht.
Sind dann wieder mit einem Taxi ins Stadtzentrum. Sind dann aber dort in der Einkaufsstraße gelandet, wo es dann auch wieder nichts Vernünftiges gab. Dafür massenhaft tolle Läden, wo Steff und ich unser Geld lassen könnenJ Essen von einem der Straßenstände zu kaufen, haben wir uns bisher noch nicht getraut. Auch wenn ich es eigentlich nicht erzählen sollte, sind wir dann am Ende zu Pizza Hut….aber irgendwann reicht‘s dann mal mit der Suche. Heute Abend läuft das hoffentlich besser.
Heute morgen haben wir uns dann um 9Uhr mit allen getroffen. Wir sind 7 aus Mainz, 2 aus Bremen und eine aus Köln (eine Russin, die nicht so besonders gut Deutsch spricht, woanders wohnt, weil es ihr hier nicht schön genug war und auch sonst eher ihr eigenes Ding durchzieht). Wurden kann erstmal kommentarlos (da die meisten kein Englisch können, sagen sie meistens einfach nichts) zur Polizeistation geführt, wo wir uns erst mal anmelden mussten. Von dort gings dann zur Uni. Mal wieder planlos haben wir dann irgendwann auch die Anmeldung bzw das Büro von Steven gefunden. Er kann recht gut Englisch und ist unser Ansprechpartner hier. Er hat uns dann unseren Stundenplan gegeben. Montags haben wir frei, und wenn uns „Psychology of Success“ in Mainz anerkannt wird, dann haben wir auch freitags frei;-) (Können Kurse wählen und würden dann natürlich die von Di-Do wählen) Nächsten Dienstag geht’s also los mit der Uni und nachmittags machen wir dann mit unseren Buddys eine Stadttour.
Wurden dann in eine kleine Klasse mit 7-8Mädchen gebracht, die gerade Deutschunterricht hatten. Sie sind schon im dritten Jahr und können es schon ganz gut. Ab April sind sie dann in Mainz. Mit ihnen haben wir dann Handykarten gekauft (meine neue chinesische Nummer ist 15940857040)und sind was essen gegangen.  Steffens Essen war wie immer mega scharf und er hat auch maximal ein Drittel davon geschafft. Ich weiß nicht, wie er es macht, aber bisher war fast alles was er bestellt hat total scharf. Ist mittlerweile schon ein Running Gag. Während dem Essen kamen dann auch unsere eigentlichen Buddys. Sie sind erst im zweiten Jahr und können daher deutlich schlechter Deutsch. Aber sie waren alle sehr nett. Wir treffen uns morgen um 10 noch mal zu einer Party. Da 10Uhr morgens gemeint ist, wissen wir nicht so genau was sie unter einer Party verstehen…. Keine Ahnung was wir dann machen;-)
Unsere zweite Einkaufsrunde heute Nachmittag war wenig erfolgreich. Ich habe weder Sekundenkleber, ein längeres Internetkabel noch eine Wäscheleine gefunden. Aber echte Kelloggs und endlich auch Bodylotion! Wollten dann mit vollgepackten Tüten mit einem Taxi wieder nach Hause. An der Stelle hatte ich meinen ersten Tiefpunk,t an dem ich alle Chinesen gehasst habe und am liebsten nach Hause wäre. Erst kam bei jedem Taxi von irgendwo her ein Chinese angeschossen und hat es uns weggeschnappt. Sind dann bisschen weiter gelaufen, um dann festzustellen, dass einfach keiner für uns anhalten wollte. (Viele waren auch besetzt, sieht man aber erst sehr spät, weil die Leute so klein sind), aber auch die leeren wollten uns nicht mitnehmen. Sind dann von einer Straße zur anderen und selbst an einem Taxistand wollte uns keiner mitnehmen. Hab dann versucht jemanden zu finden der Englisch kann, um rauszufinden, ob wir was falsch machen. Konnte natürlich keiner Englisch und dann dreht man sich einfach weg. Sehr nett. Als selbst der Polizist einfach nur mit dem Kopf geschüttelt hat und weggegangen ist hat uns ein sehr netter Mann auf Englisch angesprochen. Hab ihm dann das Problem erklärt. Er meinte es könnte daran liegen, dass wir Ausländer sind (wobei uns das bisher noch nicht einmal passiert ist) und hat uns dann in seinem Auto nach Hause gefahren! Waren ja zu viert und sein Auto war auch ziemlich neu (schien also ganz ok zu sein) . Es hat mir dann später seine Visitenkarte gegeben, falls wir noch mal Hilfe brauchen;-) Naja, von dem Stress hab ich mich mittlerweile erholt und hoffe einfach, dass das nicht öfters passiert. Wenigstens kann man laut fluchen, ohne dass man verstanden wird;-) Werden jetzt was essen gehen und ich hoffe wir finden heute was Chinesisches!

Shanghai World Finanical Center

Heute sind wir extra früh aufgestanden, also um 8;-) Sind dann gleich los zum SWFC, um bei nur leicht bewölktem Himmel die 492m hochzufahren. Der Turm war nicht so gut besucht (für uns ganz gut), was am Eintrittspreis liegen könnte. Die Aussicht war ok, wobei es bei  einigermaßen gutem Wetter trotzdem sehr diesig war. Das limitiert die Sicht dann leider doch gewaltig. Hat sich aber trotzdem gelohnt;-) Die Dächer hier in Shanghai sind auch farblich sortiert;-) Es gibt blaue, rote und grüne Viertel. Später nachmittags war das Wetter dann auch richtig gut, strahlend blauer Himmel. Ich hab schon die ganze Zeit gedacht, die Fotos auf den Postkarten hier wären Fotomontagen, weil wir bis heute überhaupt keinen blauen Himmel hatten;-) Aber es gibt ihn wirklich. Wären also besser heute Nachmittag auf den Turm, aber wie man‘s macht, macht man‘s falsch.
Danach sind wir mit dem Taxi zum Französischen Viertel. Zumindest denken wir das. Es war auf unserem Stadtplan leider nicht eingezeichnet. Es war aber vor allem eine Ansammlung sehr teurer Geschäfte, unter anderem ein Paulaner Brauhaus. Ein Weizen kostet auch nur knapp 8 Euro. Haben wir uns dann mal nicht gegönnt. Das Heineken auf unserer Dachterrasse kosten nämlich nur 2 Euro.
Zum Mittagessen waren wir in einem recht vollen Laden. Steff und ich haben unsere ersten Frühlingsrollen gegessen, gar nicht so einfach mit Stäbchen. Aber Steff hat eine tolle Methode entwickelt...das Stäbchen einfach durchstechen. Hab auch immer gedacht dasEessen hier wäre schon in mundgerechten Stückchen...ist aber nicht so. Auch die Chinesen selbst haben damit Probleme. Einer hat heute sehr mühsam versucht sein Stück Fleisch mit dem Löffel und den Stäbchen zu zerkleinern. Irgendjemand muss denen mal dringend Messer und Gabel vorstellen! Steffen hatte was ziemlich ekliges. Also die Nudeln waren ok und die Gurken, aber ein Kloß (keine Ahnung was es war) hatte die Konsitenz von Gummi und sah auch ziemlich unappetitlich aus....es hat sich leider keiner getraut es zu probieren, wir werden also nie erfahren was es war.
Sind dann noch durch ein paar Parks gelaufen. Einer davon lag definitiv neben einer Irrenanstalt oder so. Ein Typ hat die ganze Zeit beim Gehen die Beine sehr hoch zur Seite und dann noch Vorne geschwungen um einen Schritt zu machen und ein anderer ist ewig rückwärts gelaufen und hat dabei geklatscht. Hab natürlich Videos gemacht;-) Gibt’s dann vielleicht später, wenn’s klappt.
Haben auch einen tollen DVD-Laden gefunden und mal probeweise eine DVD (Super 8) mitgenommen, um sie auszuprobieren. Hat tatsächlich funktioniert. Und das für nur 80 Cent! In Dalian werden also schön ein paar DVDs gekauft;-) Gibt auch alles was eigentlich jetzt erst im Kino läuft. Natürlich alles original;-) (Wie alles hier) Und eine mega tolle King-of-Queens-Box in Busform. Die müssen wir in Dalian auch noch mal finden. Und morgen geht’s auch schon los nach Dalian!